Ein Refugium für aufgegebene Tiere. Gabriele Wodak kümmert sich um eine ganze Tierschar. Die NÖN stellt ab kommender Woche in jeder Ausgabe eines der besonderen Lebewesen vor.

Von Marlene Trenker. Erstellt am 14. Juli 2019 (07:37)
Jutta Kirchner
Gabriele Wodak mit den beiden Kamelen Max und Moritz.

Der Weg führt von der Brentenmaisstraße in ein kleines Waldstück. Nach einiger Zeit lichtet sich der Weg aber wieder, und ein Tor öffnet sich zu einem wahren Tierparadies. Beim Eintreten in den Tierpark Wolfsgraben wartet auch schon Zwergschwein Lilly als Begrüßungskomitee.

Heute herrscht dort eine wahre Idylle, doch die Geschichte des Tierparks hat einen dunklen Hintergrund. Es war damals im Jahr 1999 einer der größten Tierschutzskandale, den Gabriele Wodak aufgedeckt hatte. Mit der Hilfe des damaligen Direktors des Tiergarten Schönbrunn wurde eine Notversorgung der verwahrlosten Tiere eingeleitet.

„Ich bin damals in die Gegend gezogen, und habe versucht herauszufinden, wo ich mit meinem Hund spazieren gehen kann“, erinnert sich Gabriele Wodak, wie sie den Tierpark zum ersten Mal entdeckt hat.

„Ein Bub hat sich sehnlichst die Patenschaft für eines unserer beiden Kamele gewünscht“ Gabriele Wodak über die Freude der Kinder an den Tieren

Sie hat sich dazu entschlossen, den Tierpark zu übernehmen und weiterzuführen. „Die Tiere waren in einem schrecklichen Zustand“, erzählt Wodak über die ersten Eindrücke aus dem Jahr 1999.

Noch im selben Jahr hat sie begonnen, sich um die Tiere zu kümmern, von denen einige auch noch heute über die weitläufige Fläche herumlaufen. Gabriele Wodak errichtete diesen Tierpark aus Eigenmitteln, der als Refugium für in Not geratene Tiere dient. So kam auch die Norikerstute Laura nach Wolfsgraben.

NOEN
Laura war eine Frühgeburt und ist nun eine prächtige Noriker-Dame.

Sie war eine Frühgeburt und wurde eigentlich schon aufgegeben und der veterinärmedizinischen Universität übergeben. Gabriele Wodak hat sich des kleinen Pferdes angenommen und heute läuft Laura als stattliches Pferd auf den ausgedehnten Weideflächen herum und genießt ihr Leben.

Die Esel-Dame Mariechen kam auch unverhofft in den Tierpark, denn sie wurde an einem Platz gehalten, der nicht groß genug für sie war.

Kinder sind besonders begeistert von dem Ort. Zum dritten Mal gastierte dort auch das Ferienspiel. „Die Besucher strömten nur so herein“, freut sich Gabriele Wodak über den regen Zuspruch.

Sich um all diese Tiere zu kümmern, ist eine große Aufgabe. Einige freiwillige Helfer stehen tatkräftig zur Seite. Die Versorgung der Tiere nimmt jedoch viele Ressourcen in Anspruch. So ist Wodak auf der Suche nach Paten für ihre Schützlinge. Besonders die Kinder reißen sich darum.

„Ein Bub hat sich sehnlichst die Patenschaft für eines unserer beiden Kamele gewünscht“, erzählt Wodak. Ein Mädchen wollte unbedingt ein Schwein. Die Begebenheiten zu Hause lassen das aber nicht zu. So ist sie nun Patin eines der beiden Zwergschweine, und sie kommt regelmäßig vorbei, um sich um das Tier zu kümmern.