Rudi Dolezal holt Gold Remi Award . Beim größten Independent Film Festival der Welt überzeugte der Purkersdorfer Filmemacher mit einzigartiger Idee für Musikvideo.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 09. Mai 2020 (16:34)

Francis Ford Coppola, Martin Scorsese oder Steven Spielberg – sie alle haben den „Gold Remi Award“ schon zu Hause. Jetzt darf sich auch Rudi Dolezal über diese Auszeichnung freuen. Die goldene Statuette hat der Purkersdorfer Filmemacher beim 53. International Film- und Videofestival – dem größten Independent Film Festival der Welt – für sein Musikvideo mit Künstler Sir Ivan gewonnen.

Das Video zu „Get Together“ mit Look-a-Likes von Jesus, Dalai Lama, Ghandi, Martin Luther King und John Lennon begeisterte die Jury. „Die Idee, ein Video mit diesen Persönlichkeiten zu drehen entstand in Gesprächen mit Sir Ivan, dem Frieden ein großes Anliegen ist. Ich habe ihm eine ‚Supergroup‘ für das Video zusammengestellt“, erzählt Dolezal. Da die Message des Songs „Peace“ - also Friede - sei, fand er Look-A-Likes der seiner Meinung nach wichtigsten Persönlichkeiten, die sich für Frieden und Menschenrechte im Laufe der jüngeren Geschichte eingesetzt haben. „Erstmals in der Musikvideo-Geschichte wurde ein Video mit Look-a-Likes gedreht, das ist noch nie da gewesen“, sagt der Filmemacher. Ebenfalls darin zu lesen sind Zitate der Persönlichkeiten, die zum Thema passen. „Und am Ende rauchen alle gemeinsam Marihuana. Das ist natürlich ein Tabubruch in Amerika“, schmunzel Dolezal.

Sir Ivan ist Top-Ten Artist in den amerikanischen Billboard Dance Charts. Das ausgezeichnete Video ist bereits das dritte, das der Filmemacher mit Sir Ivan gedreht hat.

Unter 4.500 Einsendungen aus 53 Ländern gewann der Dolezal-Clip Gold – vergeben wird Gold-Silber-Bronze – in der Kategorie „Video des Jahres“ gegen starke internationale Konkurrenz, vor allem aus USA und England. „Es ist eine schöne Bestätigung meiner Arbeit - vor allem weil die Jury ausschließlich aus internationalen Profis bestanden hat, die etwas vom Handwerk verstehen“, sagt Dolezal.

Klar sei auch, dass diese große Auszeichnung weniger auf die Qualität des Songs oder die Popularität des Künstlers, der in Europa praktisch unbekannt sei, zurückzuführen sei. „Sondern auf eine Idee, die einfach noch nie im Musikgeschäft umgesetzt wurde und die ich in den USA erstmals inszenierte“, so der Filmemacher.

Und die Jury zeigte sich beeindruckt. Festivalpräsident Hunter Todd betont: „Die Jury war begeistert von dieser ‚Königsidee‘ mit den berühmten Look-A-Likes der Geschichte als Symbolträger, weil es die positive Aussage des Songs perfekt unterstreicht und hervorhebt. Diese Idee liegt eigentlich auf der Hand – aber Dolezal hat sie als erster in der Musikgeschichte umgesetzt. Dazu ist der Clip - wie die meisten Arbeiten von Dolezal - internationale Spitzenqualität.“

Einziger Wermutstropfen ist, dass die seit 52 Jahren traditionelle große Awards-Show in Houston – jedes Jahr ein Treffen der internationalen Film- und Videobranche – wegen der Coronakrise entfallen muss. Die Freude bei Dolezal über diesen prestigeträchtigen Award ist trotzdem groß.

Der Purkersdorfer Filmemacher lebt sein Anfang März in der selbst gewählten Isolation in USA, die er schon vor der Corona-Krise beschlossen hatte, um sein lang erwartetes Buch über Queen Sänger Freddie Mercury („My Friend Freddie“) fertig zuschreiben. „Mit sehr diszipliniertem Tagesablauf“, erzählt Dolezal. Inklusive 60 Minuten Laufen täglich - wie man auf seinen Social Media Accounts auf Facebook und Instagram (@rudi_dolezal ) täglich mitverfolgen kann („Run Rudi Run“). Zusätzlich startete er seinen eigenen YouTube-channel („Rudi Dolezal’s DoRoTV“). Dort ist auch das ausgezeichnete Video, das bereits 2019 gedreht wurde, mit einer Hintergrundstory zu sehen.

Einmal wöchentlich macht Dolezal auch eine Live-Übertragung auf Instagram aus seinem Büro. „Mir wird nicht fad“, schmunzelt er.