FF-Wandertag und damit auch Kress-Feier abgesagt

Wegen der Corona-Pandemie muss die geplante „120 Jahre Wilhelm Kress“-Feier in Tullnerbach abgesagt werden. Das Modell wird nun erstmals in Fischamend zu sehen sein.

Monika Närr Erstellt am 24. September 2021 | 05:12
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Dieses alte Foto zeigt Wilhelm Kress (vorne Mitte) mit seinem Drachenflieger am Wienerwaldsee.
Foto: ILF

„Als Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Tullnerbach muss ich nun allen, die an der Organisation der Feier „120 Jahre Wilhelm Kress“ beteiligt sind, mitteilen, dass der geplante FF-Wandertag am Nationalfeiertag auch heuer nicht stattfinden kann“, bedauerte Harald Zacek kürzlich aufgrund der aktuellen Covid-19-Situation.

Mit dieser Absage kann nun leider den Kress-Feierlichkeiten auch keine entsprechend publikumsintensive Plattform mehr geboten werden.

ILF-„Sensation“ bei Langer Nacht der Museen fix

„Möglicherweise wird aber bei der Überprüfung der Feuerlöscher am 26. Oktober, in einem gesonderten Bereich der Fahrzeughalle, das Modell des Drachenfliegers ausgestellt und auch durch kundige Personen mit 3G-Regel betreut“, lässt Zacek die weiteren Entwicklungen derzeit noch offen.

Sicher ist, dass die Interessengemeinschaft Luftfahrt Fischamend (ILF) in der Langen Nacht der Museen am 2. Oktober ab 18 Uhr im Museum für Photografie in Fischamend „eine absolute Sensation zu einem besonderen Ereignis präsentiert“, so deren Obmann Rudolf Ster.

Und weiter: „Erstmalig wird das auf umfangreichen Recherchen basierende Modell des ersten von Wilhelm Kress konzipierten Drachenfliegers, erbaut im Maßstab 1:16 von ILF-Mitglied Gerhard Schuster, öffentlich zu sehen sein. Jeder Besucher erhält einen Saalzettel mit der Beschreibung des Modells und zur Person Wilhelm Kress.“

Tullnerbach/Fischamend - FF-Wandertag und damit auch Kress-Feier abgesagt
ILF

Am 3. Oktober jährt sich dann die leider unglücklich ausgegangene luftfahrthistorische Pionierleistung von Wilhelm Kress mit seinem Drachenflieger (siehe Bild) unter dem Motto „120 Jahre Fahrversuche auf dem Wienerwaldsee“, über die die NÖN bereits ausführlich berichtete.

Beim sechsten Fahrversuch erfasste eine Böe beim Wenden vor der Staumauer das Flugzeug, es kippte und versank im Wasser; Kress konnte sich mit Mühe retten. Er war einer der Ersten, die den aerodynamischen Flug mit Motorkraft überhaupt für möglich hielten.

Der Erreichung dieses Zieles ordnete der Vater der Aviatik (Luftfahrt) ab Mitte des 19. Jahrhunderts einen Großteil seines Wirkens unter. Von vielen, nicht zuletzt von Kaiser Franz Josef persönlilch, unterstützt, verwendete er einen Großteil seines Vermögens für aerodynamische Forschungen und für den Bau seines ersten Drachenfliegers, der zwischen 1899 und 1901 in einer Bauhütte am Südufer des Wienerwald-Stausees als Tandem-Dreidecker entstand.