Musicalstars Shaki und Perman "schwingen sehr ähnlich". Musicalstars Marjan Shaki und Lukas Perman lieben ihr idyllisches Leben im Irenental. Von Monika Närr Wie die Zusammenarbeit funktioniert berichten sie im NÖN-Gespräch.

Von Monika Närr. Erstellt am 14. August 2020 (03:56)

So tragisch ihre Bühnenliebe als Romeo & Julia im Wiener Raimundtheater endete, so glücklich leben die Musicalstars Marjan Shaki und Lukas Perman seit etwas mehr als einem Jahr mit ihren beiden kleinen Töchtern Liv und Ivy im Irenental. Als sie 2016 in der Pressbaumer Villa Kunterbunt heirateten, ahnte das Künstlerehepaar noch nicht, dass sie die ihnen vorschwebende Lebensidylle ebenfalls in unserer Region finden würden.

Der NÖN gaben sie Einblicke in ihr vielfältiges künstlerisches Schaffen und ihr langjähriges soziales Engagement, für das beide im Vorjahr mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet wurden.

NÖN: Wie sind Sie nach Tullnerbach gekommen?
Lukas Perman:
Es war wie eine Fügung, nach jahrelanger Suche. Wir waren zu Ostern am Bauernhof Hoffmann bei der Eiersuche und ganz begeistert von der Gegend. Vier Monate später fanden wir hier unser Haus, und ich liebe vor allem, dass wir den Jahreskreis der Natur nun so unmittelbar miterleben können. Ich bin froh, hier unser Nest gefunden zu haben.
Marjan Shaki: Es war ein Zufall, als wir über willhaben auf unser Haus kamen. Hier ist vieles vereint, was man sonst in Wien-Nähe nicht findet: Es ist sehr ländlich, wir haben eine gefühlte Alleinlage und trotzdem Nachbarn in der Nähe. Das ist uns auch für unsere beiden Mädchen sehr wichtig. Kinder und Natur erinnern einen täglich, im Jetzt zu sein.

Wie erleben Sie die Corona-Zeit?
Perman:
Eine ganze Branche und ihr Umfeld liegen brach. Wir wissen nicht, wie die Perspektiven aussehen, die nächste Theatersaison wird. Ich habe als Veranstalter ein Weihnachtskonzert in der Stadthalle geplant. Da trage ich das volle Risiko, bin ja auch Arbeitgeber für andere. Ich bleibe optimistisch. Trotz des Holperns ist auch irgendwie ein Netz da in Österreich.
Shaki: Uns geht’s gut - noch. Der Lockdown war schon sehr hart, auch wenn der Schutz sinnvoll war. Wir Menschen sind ja Herdentiere, man will die Eltern und Großeltern schützen, ihnen aber nicht unbedingt die Enkelkinder vorenthalten.

Eine ganze Branche und ihr Umfeld liegen brach.

Auf welche Veranstaltungen und Auftritte mussten Sie konkret verzichten?
Shaki:
Ich hätte ein Open Air in Deutschland gehabt und mehrere kleine Konzerte. Wir haben auch beschlossen, so lange unsere Mädchen so klein sind - Liv ist fünf, Ivy fast zwei -, dass immer einer von uns daheim sein soll.
Perman: Die Volksoper und das Stadttheater Baden fielen bei mir aus, das Open Air Elisabeth vor Schloss Schönbrunn wurde auf 2021 verschoben.

Wie haben Sie einander kennen- und lieben gelernt?
Shaki:
Ich bin als gebürtige Hamburgerin seit 2001 in Österreich. Schon als Jugendliche wollte ich immer nach Wien. Näher haben wir uns kennengelernt, als Lukas und ich 2005/2006 die Hauptrollen im Raimundtheater als Romeo & Julia spielten.

Und wie kam es, dass Sie bei Dancing Stars gegeneinander angetreten seid?
Perman:
Ich habe Interesse bekundet und der ORF kam dann auf uns beide zu. Sie wollten ein Paar gegeneinander antreten lassen. Für uns sind wir aber parallel und gemeinsam angetreten. Und haben es ja dann 2013 auch beide ins Finale geschafft, Marjan mit Willi Gabalier auf den zweiten, ich auf den dritten Platz.

Sie haben vergangenes Jahr beide das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich erhalten.
Perman:
Einerseits waren wir als Kulturbotschafter immer wieder mit unterschiedlichen Rollen und Konzerten in Japan.
Shaki: Andererseits wollten wir gesellschaftlich mehr beitragen und haben in den letzten zehn Jahren immer wieder Benefizkonzerte organisiert. Wir können Leute gut zusammenbringen und Künstler vereinigen. So kamen einige 100.000 Euro zum Beispiel für die Erdbebenopfer von Haiti oder den Verein Superar zusammen. Dieser fördert Kinder und Jugendliche musikalisch, es ist auch ein Integrations- und Inklusionsprojekt.

Sie haben auch Rainhard Fendrich und Wolfgang Ambros 2010 erstmals wieder gemeinsam auf eine Bühne gebracht.
Shaki:
Ja, im Wiener Ronacher bei der ersten Benefizgala für Haiti. Zu der Zeit spielten wir dort als Sarah und Alfred im Tanz der Vampire.

Theater und Kultur sind Teil unseres Lebens

Sie arbeiten sehr viel und intensiv zusammen. Wieso funktioniert das bei Ihnen so ausnehmend gut?
Perman:
Uns hat die Zeit in Japan sehr geprägt, wir waren zwischen 2007 und 2013 immer wieder dort und hatten unglaubliche Erlebnisse. Derzeit arbeiten wir eher arbeitsteilig und haben wegen der Kinder das Gemeinsame reduziert.
Shaki: Wir schwingen sehr ähnlich. Oft sind wir im Gleichklang, ist das nicht so, dann ergänzen wir einander. Auch die Benefizgeschichten sind uns beiden ein Herzensanliegen.

Ihre künstlerische Bandbreite ist sehr vielseitig. Sie sind Musicalstars, Moderatoren, Dancing Stars, geben Konzerte, veranstaltet Konzerte, vernetzen Künstler oder treten in TV-Produktionen auf. Was bedeutet das für Sie?
Perman:
Theater und Kultur sind Teil unseres Lebens. Und dieses Leben interessiert uns generell sehr.
Shaki: Kunst ist so vielfältig. Es ist ein großes Geschenk, dass wir uns in verschiedenen Bereichen so austoben können. Es erfordert auch Mut, immer wieder in neue Genres einzusteigen. Das habe ich zum Beispiel beim Sprachtheater oder Schlagersingen erlebt. Die Eva Perón im Musical Evita zu spielen war ein künstlerischer Höhepunkt für mich. Es gibt sehr wenige Rollen, die in kurzer Zeit so eine große Bandbreite an Entwicklung der Emotionen erfordern.