Neue Leidenschaft für Imkerei entfacht. Mit Frühlingsbeginn startete der Neueinsteiger-Kurs für Imker, kürzlich fand das erste Praktikum im Freien statt.

Von Monika Närr. Erstellt am 14. April 2019 (03:14)
Monika Närr
Imkerneueinsteiger aus der Region und angrenzenden Bezirken machen am Areal des Norbertinum erste praktische Schritte ins Land, wo der Honig fließt.

Das Norbertinum ist einer der jüngsten Standorte für die Basisausbildung zum Imker, diese wird seit 2016 auch in Tullnerbach angeboten. Veranstalter ist die NÖ. Imkerschule Warth-Aichhof gemeinsam mit dem Verein Land-Impulse. Dieser wiederum ist ein Bildungsinstitut der landwirtschaftlichen Fach- und Berufsschulen.

Alle Kurse und Module werden hier von Dietmar Niessner gehalten. Der studierte Landwirt schrieb schon seine Diplomarbeit über Bienen und blieb dieser Leidenschaft sein gesamtes Berufsleben treu. „Es ist recht sinnvoll, wenn man Anfängern eine gewisse Grundausbildung mit gibt, gerade im städtischen Bereich und im Umland von Wien ist das Interesse derzeit besonders hoch“, so der sympathische Vortragende.

Was ihn besonders freut: „Das Bienensterben hat viele wach gerüttelt, die Leute wollen etwas tun.“ So erläutert auch Cornelia Leopold vom Pressbaumer Bartberg ihre Motivation: „Mich haben das Bienenleben und die Imkerei immer schon fasziniert. Jetzt habe ich Zeit dazu und will selber Honig für den Eigengebrauch produzieren.“

Jeder kann helfen die Bienen zu retten

In den nächsten Tagen wird sie ihren ersten Bienenstock im Garten aufstellen. Und Robert Grass, der seine Grasslerei im Zentrum von Tullnerbach eröffnet, plant ab Herbst den ersten Direktverkauf von eigenem Honig in seinem Geschäft.

Der hauptberufliche Imker und Bienenberater Niessner vermittelt seinen Schützlingen naturnahe Imkerei. „Seit 2000 ist es Standard, dass Interessierte gleich in die Bio-Imkerei einsteigen“. Auch der Bienenhype hält noch an, Imkerei ist eine Trendbewegung geworden. „Gerade auch im städtischen Bereich werden viele Bienen auf Dächern oder Firmengeländen gezüchtet. Imker verleihen oft auch Mietbienen, die von ihnen gepflegt werden“. Und abschließend: „Jeder kann helfen, die Bienen zu retten. Alleine wenn man sich beim Honigkauf für ein regionales Bioprodukt entscheidet, ist das schon optimal“.