Purkersdorfer Baustelle sorgt für Unmut. Kilometerlanger Stau wegen Brückensanierung. Jetzt wurde Grünphase für eine Fahrtrichtung verlängert.

Von Birgit Kindler und Melanie Baumgartner. Erstellt am 08. Juli 2020 (05:17)
Wenn man von Wien kommend in Richtung Gablitz fährt, braucht man starke Nerven und vor allem eines: viel Zeit. Der Rückstau reicht häufig bis zum Purkersdorfer Hauptplatz zurück. Fotos: Ernst Jauck
Ernst Jauck

Stau, soweit das Auge reicht. Das bekommt man derzeit zu sehen, wenn man mit dem Auto von oder nach Wien oder Gablitz unterwegs ist.

Täglich hört man in den Verkehrsnachrichten von halbstündigen Wartenzeiten. Unzählige Beschwerde-Mails haben SP-Bürgermeister Stefan Steinbichler diesbezüglich erreicht. „In der ersten Zeit kommt es immer zu Schwierigkeiten bei Baustellen“, meint er. Jetzt hätten sich die Leute schon darauf eingestellt – und das müssen sie auch, denn die Baustelle ist bis Ende August geplant.

Solange die Brückensanierung läuft, werde es zu Verkehrsbeeinträchtigungen kommen. Ein großes Lob spricht Steinbichler der Straßenmeisterei Tulln aus: „Das Team war sehr offen, was Verbesserungen bei Ein- und Ausfahrten bei Betrieben betrifft und hat gleich alles, was möglich war, umgesetzt.“

„Hätten wir die Straße komplett gesperrt, wäre es zu Verkehrskollaps gekommen.“Markus Hahn vom Land NÖ über die Verkehrsbehinderung

Auch von Seiten des Landes Niederösterreich hat man sich bemüht, eine möglichst optimale Lösung für den Verkehr während der Baustelle zu finden.

Die Verkehrsbehinderungen wurden im Voraus berechnet. Zudem gab es vor Baubeginn einen Fototermin, um sich von dem Verkehrsaufkommen ein exaktes Bild zu machen.

Verkehrstechnisch sei aber nichts Anderes möglich gewesen, erklärt Markus Hahn von der Abteilung Straßendienst beim Land NÖ. „Wenn man schneller sanieren hätte wollen, hätten wir die Brücke und somit auch die Straße komplett sperren müssen, da wäre es dann zu einem kompletten Verkehrskollaps gekommen.“

Um die Wartezeiten zu reduzieren, wurde die Grünphase in Fahrtrichtung Gablitz verlängert.
Ernst Jauck

Um die Situation und kilometerlange Staus so gut wie möglich zu reduzieren, gab es vergangenen Donnerstag eine Begehung der Baustelle mit Einsatzkräften und Verkehrssachverständigen. „Es wurde beschlossen, die Grünphase für Verkehrsteilnehmer, die aus Wien kommen, zu verlängern. Das ist bestimmt ein Knackpunkt des Staus. Wir hoffen, dass wir den Stau damit ein wenig in den Griff bekommen“, so Hahn.

Bereits am Freitag hat sich die Änderung bei der Ampelanlage positiv ausgewirkt, man konnte bereits eine Erleichterung bemerken, so Hahn.

Neuer Belag soll in Abend- und Nachtstunden aufgetragen werden

Nachdem die Brücke saniert wurde, soll gleich im Anschluss der Belag der Fahrbahn erneuert werden. Das Fräsen des Belags dauert rund ein bis zwei Tage und wird untertags erfolgen.

Das Auftragen des neuen Belags wird in den Abend- und Nachtstunden erfolgen und soll ein bis zwei Nächte in Anspruch nehmen. „Da sollte aber die Verkehrsbehinderung relativ gering sein“, meint Hahn. Sofern das Wetter mitspielt, sollte die Linzer Straße ohne Behinderungen wieder Ende August befahrbar sein.

Abschließend fügt Hahn hinzu: „Wir versuchen das Menschenmöglichste, die Baustelle sowohl für die Anrainer, als auch für die Verkehrsteilnehmer möglichst angenehm zu gestalten. Leider ist das bei Baustellen wie dieser sehr schwierig.“

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