Ferienspiele in der Region Purkersdorf auf der Kippe. Eher bedeckt geben sich die Gemeinden, was Veranstaltungen in den Ferien betrifft.

Von Melanie Baumgartner und Birgit Kindler. Erstellt am 27. Mai 2020 (05:29)
Für viele große und kleine Kinder waren die Ferienspiel-Veranstaltungen Fixpunkte in den Ferien, wie dieses Bild aus dem vergangenen Jahr zeigt. Heuer könnte das ausfallen.
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Die Sommerferien rücken immer näher. Es werden Ferien sein, die es für viele so vorher vermutlich noch nicht gab. Auf eine große Herausforderung - nämlich jene der Kinderbetreuung -  werden dabei heuer viele Eltern stoßen.

In den vergangenen Jahren haben die Gemeinden immer Ferienspiele und dergleichen angeboten, doch wie sieht das heuer aus? Können diese Ferienspiele heuer wie gewohnt stattfinden? Die NÖN-Redakteure haben sich in der Region umgehört. 

Wolfsgraben: „Wir wollen schon was machen“

Fix abgesagt wurde bereits das Ferienspiel in Pressbaum, das von der Stadtgemeinde organisiert wird. „Bevor wir es halb machen, machen wir es lieber gleich erst im nächsten Jahr wieder“, sagt ÖVP-Stadtrat Thomas Tweraser.

Problem sei auch gewesen, dass Vereine und Unternehmen keine fixen Zusagen machen konnten, ob sie sich am Ferienspiel beteiligen. „Daher konnten wir auch kein Programm zusammenstellen“, so Tweraser. Insgesamt werden normalerweise auf über neun Wochen verteilt zwei Veranstaltungen pro Woche geboten.

Ebenfalls nicht in gewohnter Form wird der Familiensommer der ÖVP in Purkersdorf stattfinden. „Abstand halten ist bei Veranstaltungen mit Kindern nicht so einfach“, meint ÖVP-Stadtrat Albrecht Oppitz. Daher gibt es heuer nur ein Heftchen mit Tipps, was man in den Ferien machen kann. „Die Vereine bieten ja beispielsweise trotzdem Schnuppertrainings an. Gegen Voranmeldung kann in Kleingruppen daran teilgenommen werden“, so Oppitz.

Normalerweise werden im Rahmen des Familiensommers 20 bis 25 gratis Veranstaltungen organisiert.

Auch in Gablitz wird das Ferienspiel heuer eher nicht stattfinden, abgesagt ist es aber derzeit noch nicht, betont Bürgermeister Michael Cech. „Wir sind in Kontakt mit den Vereinen und müssen analysieren, was umsetzbar ist“, so Cech. In Gablitz werde aber jene Strategie verfolgt, dass alles, sobald erlaubt, freigegeben wird.

„Wir wollen schon was machen“, sagt die Wolfsgrabener Bürgermeisterin Claudia Bock. Welche Veranstaltungen in welcher Form, mit wie vielen Teilnehmern durchgeführt werden können, werde derzeit überlegt. „Besonders wichtig wird heuer eine verpflichtende Anmeldung sein. Und jede Veranstaltung wird genau beschrieben“, erklärt Bock. In Wolfsgraben haben die einzelnen Veranstaltungen über die ganzen Sommerferien stattgefunden. Auch eine Sportwoche von „Xund ins Leben“ hat es immer gegeben. Auch diese könnte heuer durchgeführt werden, „die Frage ist aber wie“, so Bock.

„Bedarf wird heuer höher sein“

In Mauerbach ist man derzeit in der Planungsphase des Ferienspiels, wie Bürgermeister Peter Buchner erzählt. „Wir erheben momentan den Bedarf, den es vonseiten der Eltern aus Mauerbach gibt. Ich glaube, dass der Bedarf heuer höher sein wird als in den Vorjahren.“

Es geht vor allem darum, ein Gesamtkonzept zu entwickeln. „Da viele Eltern in den Ferien vermutlich keinen Urlaub mehr haben werden, wird es einen erhöhten Betreuungsbedarf geben. Dafür versuchen wir gerade, ein sinnvolles Konzept auszuarbeiten“, so Buchner weiter.

Wie die Maßnahmen in den Sommermonaten dann aber letztendlich sein werden, kann aus heutiger Sicht noch nicht gesagt werden. Fest steht allerdings schon, dass der Schwimmkurs, der im Juli hätte stattfinden sollen, für heuer abgesagt werden muss, da hier der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. 

In Tullnerbach wird zwar vonseiten der Gemeinde kein Ferienspiel angeboten, jedoch veranstaltet die Sportunion jährlich Sportwochen. „Die Beachvolleyball-Woche in der ersten Ferienwoche wird voraussichtlich stattfinden. Der Trainer ist bereit dazu“, so Sylvia Arnberger, Obfrau der Sportunion Tullnerbach. 

Ob auch die Geräteturnen-Woche beziehungsweise das Sportakrobatik-Angebot im August über die Bühne gehen können, steht derzeit noch nicht fest. Bis zu 30 Kinder waren bei diesen Sportwochen jeweils immer dabei.

Mittlerweile sind diese Ferienangebote zu einem fixen Bestandteil in den Gemeinden geworden, die bei den Familien sehr beliebt sind. „Das Ferienspiel wurde die letzten Jahre immer gut angenommen“, erzählt etwa Peter Buchner über Mauerbach. Auch in Pressbaum war der Zulauf zu dem Angebot immer gut. Man denke etwa an das Abschlussfest vergangenes Jahr, bei dem ein Großteil der Gemeinde involviert und das Freibad bis zum letzten Platz voll war.

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