Teil 22: Die Rute 40 und Gletscher Perito Moreno. Michaela und Alejandro Valle berichten über ihre Südamerika-Reise laufend im Internet auf NÖN.at. Hier finden sich auch aktuelle Videos, die die beiden unterwegs drehen.

Erstellt am 14. Februar 2019 (14:12)
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Nachdem sie die Carretera Austral nun bei Chile Chico verlassen haben, wenden sich Michaela und Alejandro weiter Richtung Süden. Die einzige Verbindung am Landweg nach Punta Arenas führt über Argentinien, denn auf chilenischer Seite machen die hohen Bergketten der Anden den weiteren Straßenverlauf unmöglich.

Auf argentinischer Seite erwartet sie die Route 40, welche sich über viele Kilometer durch ewig weite argentinische Pampas schlängelt. Mitten auf dieser einsamen Route liegt außer ein paar kleinen Dörfern noch ein sehenswertes Highlight: der Nationalpark „Los Glaciares“, der für seine riesigen Gletscherzungen bekannt ist. Ein Zwischenstopp soll beim berühmten Gletscher Perito Moreno eingelegt werden.

Die 700 km lange Anreise über die Route 40 soll jedoch noch eine Herausforderung werden. Per Anhalter funktioniert nur auf einem ersten kurzen Teilstück, die kalten patagonischen Winde machen das Warten am Straßenrand recht ungemütlich. Für den Hauptteil der Strecke müssen die beiden schließlich einen Bus nehmen, der sie über Nacht in zehn Stunden bis nach El Calafate bringt, von wo aus die Touren zum Gletscher starten.

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Wenn auch das Autostoppen über die lange Distanz diesmal nicht geklappt hat, haben Michaela und Alejandro hier zumindest das Glück, dass sie eine Couchsurferin in ihrem Haus aufnimmt. Jimee hat ein großes Herz und den Traum eines Tages selbst reisen zu können. Noch ist sie voll und ganz für ihre Kinder da und lebt mit ihrem sechsjährigen Sohn Santino gemeinsam im Haus.

Sie öffnet die Türen zu ihrem Haus für Reisende um Kontakte zu knüpfen, deren Geschichten und Erfahrungen zu hören und damit auch ihr Sohn sieht, dass die Welt groß ist und es Menschen mit vielen verschiedenen Kulturen gibt.

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Am zweiten Tag wollen unsere Reisenden zum weithin berühmten Gletscher Perito Moreno. Das touristische Stadtzentrum von El Calafate ist überfüllt mit Agenturen welche teure Tagesausflüge anbieten, sowie auch mit Busunternehmen, welche die Touristen scharenweise um 8 Uhr morgens zum Gletscher und um 16 Uhr wieder zurück in die Stadt karren. Michaela und Alejandro wollen es vermeiden sich in die große Masse der Touristen zu mischen und stellen sich wieder an den Stadtrand um auf eine Mitfahrgelegenheit zu warten.

Nach nur zehn Minuten bleibt ein Paar aus Miami stehen und nimmt sie in ihrem Mietauto mit. Eine nette Plauderei entsteht und es stellt sich heraus dass Emilio cubanische Wurzeln hat und Iris in Panama aufgewachsen ist. Bald schwanken sie auch vom Englischen ins Spanische, da auch sie sich untereinander auf Spanisch unterhalten auch wenn sie in den Staaten leben.

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Beim Gletscher angekommen erwartet die Besucher ein Labyrinth aus künstlich angelegten Wegen, Podesten und Aussichtsplattformen - und bereits tausende von Touristen die in den unzähligen Bussen herangekarrt wurden. Die Aussicht jedoch ist spektakulär!

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Laufend ist das Knacksen und Grummeln des Gletschers zu hören, wenn sich die Eisschichten gegeneinander reiben und alle heften ihren Blick an die Eiswand in der Hoffnung einen Brocken fallen zu sehen. Immer wieder wird ihre Ausdauer mit kleineren herabfallenden Stücken belohnt, welche beim Aufprall auch ganz schön Krach machen, doch der große Brocken bleibt ihnen noch verwehrt.

Circa zwei Stunden spazieren die beiden durch das Labyrinth, halten ein kleines Picknick mit Blick auf den Gletscher vor ihnen und werden dann schließlich doch noch belohnt, als sich ein etwa zehn Meter hoher Eisbrocken von der Spitze der 70 Meter in die Höhe ragende Eiswand löst und mit einem ohrenbetäubenden Krachen im Wasser zersplittert. Wie in Zeitlupe fällt der Klumpen hinunter, löst eine riesige Welle aus und zerspringt in tausend kleine Eisstücke. Ein Spektakel sondergleichen und der Mund bleibt lange Zeit staunend offen. Mit einem wunderbaren Gefühl im Bauch geht es am späteren Nachmittag per Anhalter wieder zurück nach El Calafate.

 

Alle Teile der Serie findet ihr hier!