Catharina Roland: Fleischfrei für die Umwelt. Wie der Mensch isst, aber auch, wie er Lebensmittel produziert, hat Folgen für ihn selbst und auch für die Umwelt.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 14. August 2019 (01:03)
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Gemüse und Salat statt Fleisch? Kein oder weniger Fleisch zu essen, wird bei immer mehr Menschen zum Thema. Bei derartigen Überlegungen geht es nicht nur um die Tiere, sondern auch um die Umwelt.

Ein Huhn spaziert über die Wiese, vorbei an Bäumen und Sträuchern, sucht sich ein schönes Plätzchen und beginnt sich zu sonnen.

„Eine liebevolle Beziehung mit allem Leben eingehen.“ Das ist es, was Catharina Roland will.

NÖN
Catharina Roland begibt sich in ihren Awake-Filmen auf spirituelle Reisen. Aber auch dabei spielt Ernährung eine Rolle.

Deshalb leben auch Hühner in ihrem Garten im Wienerwald. Und deshalb stellt die Filmemacherin eine Ernährung mit Fleisch infrage. Auch wenn sie den Geschmack eigentlich mag. Aber: „Das ist es mir nicht wert“, sagt sie. Sie will kein Fleisch aus Massentierhaltung essen, will nicht, dass Regenwald für dessen Produktion abgeholzt wird.

Denn: „Unsere Ernährung hat Einfluss“, ist sie überzeugt. Und das etwa auf die Psyche und das Verhalten des Menschen. Was bedeutet es, ein Tier zu essen, dass sein Leben lang gefangen war? Umso wichtiger sei es, immer zu fragen, welche Vorgeschichte die Lebensmittel haben, die man isst?

Für Ernährung, in der Leben geschätzt wird

In ihrem Film „Awake2Paradise“ begibt sie sich wieder auf eine spirituelle Reise, spricht mit Zukunftsforschern, Visionären und Transformationslehrern und betont, dass es ihr nun besser geht. Mit einer Ernährung, ohne Fleisch.

Wie man zum Leben steht, kann sich in der Ernährung widerspiegeln. In einer Ernährung, in der Leben geschätzt wird. „Was für ein unbezahlbarer Luxus, uns von Pflanzen zu ernähren, denen wir beim Wachsen zuschauen konnten, und in Gemeinschaft mit Tieren zu leben, sie zu versorgen und von ihnen versorgt zu werden.“ Wie etwa mit den Eiern der Hühner. Wenn sie daraus eine Eierspeise zaubert, wird das Kochen zelebriert, das Essen zum Genuss.

Die ehemalige Werbefilmerin warnt übrigens vor der Macht der Medien, hinterfragt alte Gewohnheiten und ruft dazu auf, einen eigenen Garten anzulegen, regional einzukaufen, über Konzepte wie Permakultur nachzudenken usw.

Umwelt & Ernährung

Doch nicht nur das, was man isst, hat Einfluss auf den Essenden. Wie der Mensch denkt und wie er sich ernährt, hat auch Einfluss auf die Natur. „Spiritualität hat unglaublich viel mit Umweltschutz zu tun“, so Roland. Doch: „Wir haben die Bindung zur Natur verloren und auch zu unserer Nahrung, zu anderen Menschen, zu Pflanzen und Tieren.“ Und das so sehr, dass der Mensch begonnen habe, die Erde auszubeuten. Bis hin zum ökologischen Kollaps.

Das Zusammenspiel zwischen Ernährungsweise und Umwelt beschäftigt nicht nur Naturfans wie Catharina Roland. Das Zusammenspiel zwischen Ernährungsweise und Umwelt beschäftigt nicht nur Naturfans wie Catharina Roland. Es ist auch Inhalt eines neuen Sonderberichts des Weltklimarates IPCC, in dem weltweit eine Wende der Landnutzung gefordert wird. Im Kampf gegen Klimakrise, Erderwärmung, Wüstenbildung sowie Lebensmittel- und Wasserknappheit.

Mit ausgewogener Ernährung gegen Klimawandel

Dabei gehe es unter anderem darum, weniger Lebensmittel zu verschwenden, die Abholzung von Wäldern zu verhindern usw. Und es geht um Ernährung. Denn: Manche Ernährungsweisen bräuchten mehr Land und mehr Wasser und würden mehr Emissionen verursachen. Eine ausgewogene Ernährung mit pflanzlichen und nachhaltig produzierten tierischen Lebensmitteln aber könnte den Klimawandel begrenzen und gleichzeitig der Gesundheit Gutes tun.

Der Wende in der globalen Landnutzung schließt sich neben vielen anderen auch Greenpeace an. Und betont, es sei notwendig, das Ernährungssystem umzustellen und den Fleischkonsum deutlich zu reduzieren. Denn: Der enorme Fleischkonsum und der damit einhergehende Futtermittelbedarf in Westeuropa und Nordamerika führe zur massiven Abholzung von Wäldern.