St. Pölten

Erstellt am 06. Dezember 2018, 04:15

von Teresa Sturm

Der Schwammerlprinz. Michael Doppler liebt asiatische Küche. Seit 2013 züchtet und vertreibt er die dafür idealen Pilze. Bald wird der Produktionsstandort nach Perschling, Bezirk St. Pölten-Land, verlegt, wo sechs Tonnen Pilze pro Woche produziert werden können.

Pilzzüchter Michael Doppler hat den Trend zu fleischlosen Gerichten schon früh erkannt. Pilze abseits von Champignons und Parasol werden immer beliebter.   |  privat

„Ich mache gerne Schwammerlgulasch oder Currygerichte. Sie passen irrsinnig gut in die asiatische Küche, aber auch zu italienischer Pasta. Da gibt es keine Grenzen. Panieren kann man sie natürlich auch“, sagt Michael Doppler mit enthusiastischer Stimme.

Er habe geschaut, wo sich der Markt hinbewegt. „Die Pilze sind vegan und vegetarisch und sie sind ein Fleischersatz. Shitakepilze sind eines der wenigen Lebensmittel mit Umami Geschmack. So bin ich darauf gekommen.“ Shitakepilze, Austernpilze, Kräutersaitlinge … seit 2013 bietet Doppler unter dem Namen „Schwammerlprinzen GmbH“ ein breites Repertoire an und produziert die Schwammerl in Kogl, Sieghartskirchen im Bezirk Tulln. Der Niederösterreicher merkt, dass sich der Bekanntheitsgrad der besonderen Pilze in den letzten Jahren verändert hat. „Vor zehn Jahren kannte niemand etwas anderes als Eierschwammerl. Die Vielfalt nimmt enorm zu und die Gastronomie fragt nach Exoten. In fünf Jahren weiß jeder, was ein Shitakepilz ist.“

In China auf den Pilz gekommen

Doppler ist in Pyhra, Bezirk St. Pölten Land, aufgewachsen. Er hat die HTL abgeschlossen und ist gelernter Automatisierungstechniker. Für die Firma Philipps war er zehn Jahre als technischer Leiter tätig. Unter anderem war er für das Unternehmen auch zwei Jahre in China, wo er seine Liebe zu asiatischem Essen und Pilzen entdeckte.

Nach einem einjährigen Sabbatical, in dem er „in der Weltgeschichte herumgefahren ist“, machte er sich selbstständig und eröffnete ein Lokal im 1. Wiener Gemeindebezirk. In dem Mittagsbistro war es Doppler damals schon wichtig, dass alle Gerichte bio sind.

Mit dem Lokal sei er auch zum Kochen gekommen. „Ich habe schon immer gerne gegessen. Vor allem ausgefallene Sachen. Ich gehe gerne gut essen.“

Der Familienvater beschäftigt momentan sieben Mitarbeiter. Mit einem Investor wird gerade an einem neuen Produktionsstandort in Perschling, Bezirk St. Pölten-Land, gebaut. Bisher wurden 800 Kilogramm Pilze in der Woche produziert. Künftig sollen es sechs Tonnen sein. „Wenn wir ausgebaut haben, werden wir schon 20 bis 25 Leute beschäftigen.“

„Das Schönste ist, dass wir ein Produkt haben, das den Leuten eine Freude macht.“ Doppler wollte nie nur „irgendetwas produzieren“. „So ein Lebensmittel ist einfach etwas Herrliches!“

Die Show mit den Schwammerln

Am neuen Standort wird auch eine Showküche entstehen, um zeigen zu können, wie und was man am besten mit den Pilzen kochen kann. „Auf das freue ich mich besonders. Ich stehe gerne in der Küche.“

Eine große Supermarktkette wird von Doppler schon lange beliefert. Momentan stehen viele Termine mit möglichen Neukunden an. Mit März soll die Produktion am neuen Standort hochgefahren werden. „Das ist ein ziemlich optimistisches Ziel, aber ab 1. April müssen wir von hier liefern.“