"Ich weiß jetzt, dass es eine Krankheit ist“. Die Gruppe AA Schwechat lud zum Jubiläum Mitglieder aus ganz Österreich zum Infomeeting in die Pfarre.

Von Brigitte Wimmer. Erstellt am 20. September 2019 (04:22)
B. Wimmer
Die Anonymen Alkoholiker (AA) sind 1935 in den Vereinigten Staaten entstanden. 1984 startete eine AA-Gruppe in Schwechat, wo sich seither jeden Mittwoch um 19.30 Uhr Betroffene und Co-Abhängige in der Pfarre am Hauptplatz treffen.Infos: 0664/3210724,aa.schwechat@gmx.at

Der Saal in der Pfarre Schwechat war voll mit interessierten Menschen am letzten Samstag beim Infomeeting „Gemeinsam Genesen“. Betroffene und Co-Abhängige erzählten von ihren Erlebnissen. Das 12-Schritte-Programm wurde vorgestellt. Es soll jedem den Ausstieg aus der Droge Alkohol ermöglichen, der mit dem Trinken aufhören will. Auch die Selbsthilfegruppe „AL-ANON Angehörige von Alkoholikern“ feierte an diesem Tag ein Jubiläum.

33 Jahre gibt es diese Familiengruppe schon in Schwechat. Einige erwachsene Kinder von Alkoholikern meldeten sich beim Meeting zu Wort und erzählten von ihrer großen Angst vor der Gewalt des alkoholisierten Vaters oder der betrunkenen Mutter, der sie als Kind und Jugendliche ausgesetzt waren. Diese Todesangst sitzt noch immer tief, obwohl die Betroffenen längst eigene Familien gegründet haben oder nicht mehr im Kontakt mit ihren Eltern sind. Sie leiden unter großen Stimmungsschwankungen und sind sehr froh, die AA-Gemeinschaft als Stütze in ihrem Leben gefunden zu haben.

Ein junger Mann erzählte davon, dass er seinem alleinerziehenden Vater vollkommen ausgeliefert war. Er musste mit ihm wohnen und arbeiten, hatte keine sozialen Kontakte mehr. Vor vier Jahren fiel er in eine Depression, fing selbst zu trinken an und sein einziger Rettungsstrohhalm war die AA Gemeinschaft Schwechat. „Ich weiß jetzt, dass es eine Krankheit ist“, meinte er beim Meeting. „Alateen“ heißt übrigens die Gruppe für Teenies.