Fischamend

Erstellt am 19. Januar 2019, 04:16

von Stefanie Cajka

Verein: Zweite Chance auf schönes Hundeleben. Bull Rescue Austria hat es sich zur Aufgabe gemacht, doggen- und bullartige Hunde zu retten und weiterzuvermitteln.

American Bulldog „Frej“ sucht noch nach einem neuen Zuhause.  |  Barbara Sallinger

„Wie jeder weiß, sind gerade die sogenannten Listenhunde in Verruf geraten, leider zu Unrecht. Wir wollen ihnen die Chance auf ein perfektes Hundeleben geben, wie es sich schließlich jedes Tier verdient hat“, beschreibt Patricia Kucerik die Idee hinter dem Verein Bull Rescue Austria.

Vor gut eineinhalb Jahren hat sie gemeinsam mit Peter Mayer den Tierschutzverein gegründet und beschäftigt sich seither mit der Rettung und Weitervermittlung von doggen- und bullartigen Hunden, darunter auch die sogenannten Listenhunde.

Der Sitz des Vereins ist in Fischamend, tätig ist man allerdings in ganz Österreich. Privatpersonen wenden sich bei Problemen an Bull Rescue Austria, dessen Team dann versucht, Hilfe anzubieten, durch die sich eine Abgabe des Hundes vielleicht doch noch vermeiden lässt.

"Hunde sind in Pflegestellen untergebracht"

Wird der Hund dennoch abgegeben, kommt dieser bei einer Pflegestelle unter. „Wir sind weder ein Tierheim, noch haben wir Zwinger für unsere Schützlinge. Diese sind bei uns in Pflegestellen untergebracht. Das sind private Personen, die einen Bewerbungsprozess durchlaufen haben, geprüft worden sind und schlussendlich einen Hund vorübergehend aufnehmen, bis wir diesen zu seinem endgültigen Plätzchen vermitteln können“, sagt Kucerik, die Obfrau des Vereins.

Dabei betont sie vor allem das familiäre Verhältnis zwischen allen Beteiligten: „Wir sind bei der Auswahl der Pflegestellen sehr streng, kennen alle persönlich und haben mittlerweile gute Freundschaften geschlossen.“

Auch die Vermittlung der Hunde verläuft nach einem genauen Prozedere. Zunächst muss ein Bewerbungsformular auf der Homepage des Vereins ausgefüllt werden, bei dem es neben Fragen zur Person auch um vorhandene Erfahrungen mit Hunden und bereits abgelegte Nachweise (wie einen Sachkundenachweis oder einen Hundeführerschein) geht.

Passen die Angaben zu den Anforderungen des jeweiligen Hundes, gibt es nach einem telefonischen Gespräch auch persönliche Treffen zwischen den potenziellen Besitzern und dem Hund. Ist dabei alles gut verlaufen, kommt es zu einer Vorkontrolle, bei der das Team von Bull Rescue Austria die Interessenten zu Hause besucht und sich ein Bild von den dortigen Gegebenheiten macht.

Verläuft auch diese positiv, steht einer Vermittlung nichts mehr im Wege. Dieser mehrstufige Prozess ist für Kucerik ganz zentral: „Es ist uns wichtig, ganz genau und streng zu sein. Sonst wird ein Hund im Endeffekt wieder an uns zurückgegeben und wir müssen ihm wieder einen neuen Platz suchen. Sein Verhalten und Wesen leiden dann noch mehr darunter.“

Mehr Informationen gibt es online unter bullrescueaustria.jimdo.com.