FP: Kaiser-Attacke gegen Parteichef Zistler. Ex-FPÖ-Stadtparteichefin Andrea Kaiser will verhindern, dass ihr Nachfolger Wolfgang Zistler in den Stadtrat einzieht. Sie fordert Bürgermeisterin Karin Baier (SP) zum Einschreiten auf.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 20. Februar 2020 (16:15)
Wolfgang Zistler und Andrea Kaiser
Gerald Burggraf

"Was macht ein 'Nennt mich Nazi' im Schwechater Stadtrat?", fragt Andrea Kaiser provokant. Die ehemalige Stadtparteiobfrau der FPÖ Schwechat bezieht sich dabei auf ihren Nachfolger Wolfgang Zistler, der in der Vergangenheit immer wieder mit verbalen (oder vielmehr auf Facebook verschriftlichten) Fehltritten auf sich aufmerksam gemacht hat. So meine er 2016: "Wenn man Norbert Gerwald Hofer Nazi nennen darf, ist es mir eine Ehre ab heute (wie schon in Vergangenheit) auch Nazi genannt zu werden.“

Diese und ähnliche Aussagen sorgen nun dafür, dass Kaiser an die Öffentlichkeit geht. Sie verlor im Vorjahr den Machtkampf mit Zistler und wurde als Stadtparteichefin abgelöst. Auf der Kandidatenliste war sie nicht mehr zu finden, "aus freien Stücken", wie sie betont. Sie wollte nicht für einen "Unberechenbaren" wie Wolfgang Zistler ins Rennen gehen.

"Kein Kommentar" der SP-Stadtchefin

Empört zeigte sie sich nun, dass der amtierende Parteichef blauer Stadtrat werden soll. Sie fordert von Bürgermeisterin Karin Baier (SP), die 2016 Zistler zum Rücktritt aufforderte, ein Einschreiten. Gegenüber der NÖN will Baier dazu keinen Kommentar abgeben, nur so viel: "Die jeweilige Fraktion benennt ihren Vertreter und das ist passiert."  

Rechtlich hat die Stadtchefin auch wenig Handhabe, denn für die Wahl zum Stadtrat bedarf es in der konstituierenden Gemeinderatssitzung am 2. März nur eine einzige Stimme - selbst wenn alle gegen Zistler votieren und er für sich, dann zieht der FP-Chef ins Vorstandsgremium ein.

Zistler nimmt Angriffe gelassen

Der heftig kritisierte Wolfgang Zistler nimmt die Angriffe seiner Vorgängerin gelassen. "Die Meinung einer Andrea Kaiser interessiert heute keinen mehr", konterte er auf NÖN-Anfrage. Ihm sei klar gewesen, dass Kaisers "Groll sehr groß" ist, da sie vom "gesamten Vorstand abgewählt" worden war. An Zistlers Entschluss für die Freiheitlichen in den Stadtrat einzuziehen, ändert das freilich nichts.