Simon Jahn steht in Schwechat auf Platz 1 . Vizebürgermeisterin Brigitte Krenn rückt an zweite Stelle. Grüne wollen weiter regieren.

Von Susanne Müller. Erstellt am 15. Mai 2019 (04:00)
Müller
Sie führen die Grünen in die Gemeinderatswahl: Brigitte Krenn, Simon Jahn und Lili Markovic. Die weiteren Kandidaten werden zu einem späteren Zeitpunkt präsentiert.

Anders als bei den letzten drei Wahlen wird dieses Mal nicht Brigitte Krenn die Grünen in die Gemeinderatswahl führen.

Als Spitzenkandidat geht Anfang 2020 der jetzige Baustadtrat Simon Jahn ins Rennen, das verkündeten die Grünen am Freitag bei einer Pressekonferenz, bei der sie zum einen die ersten drei Kandidaten für die Wahl bekanntgaben und zum anderen klarmachten: Sie wollen die Regierungskoalition mit der SPÖ fortsetzen.

„Wir haben sehr erfolgreiche Regierungsarbeit gemacht und die wollen wir weiterführen“, erklärte Obmann Peter Pinka, dass man durch die jetzige Präsentation ein Zeichen der Kontinuität setzen wolle – wiewohl man keineswegs jetzt den Wahlkampf eröffnen wolle.

Das Spitzentrio soll der Garant dafür sein. Es besteht nämlich aus jenen drei Personen, die auch schon bisher im Schwechater Stadtrat vertreten waren. Angeführt werden sie eben von Baustadtrat Simon Jahn, gefolgt von der derzeitigen Vizebürgermeisterin Brigitte Krenn und Bildungsstadträtin Lili Markovic. So hat es die Mitgliederversammlung der Stadt-Grünen bereits abgesegnet.

"Wir haben sehr viel Geld in die Hand genommen"

„Ich bin ein begeisterter Gestalter. Ich habe zu jeder Ecke der Stadt meine Ideen“, ist Spitzenkandidat Simon Jahn voller Tatendrang. Er verweist darauf, dass in den vergangenen Jahren die „Missstände der Vorgänger-Regierung aufgearbeitet wurden. In der Stadtentwicklung, der Kinder- und Jugendbetreuung, aber auch bei den Verkehrsthemen lag vieles im Argen“, meint Jahn. Derzeit befinden sich in Schwechat rund 2.000 Wohneinheiten im Bau. „Das bedeutet einen Zuzug von rund 4.500 Personen“, betont Jahn, dass es deshalb vor allem im Bereich der Kinderbetreuung umfassender Maßnahmen gebraucht habe. „Wir haben sehr viel Geld in die Hand genommen“, rechnet Jahn vor, dass rund 20 Millionen Euro in Projekte wie den 18-klassigen Volksschul-Neubau und die Kindergarten-Zubauten fließen.

Wesentlicher Faktor für die Stadtentwicklung sei auch die in allen Katastralgemeinden erlassene Bausperre, die eine „Verhüttelung“ in den Siedlungsgebieten verhindern soll. Eine der größten Herausforderungen für die nächsten Jahre sei die Bekämpfung von Leerständen in der Innenstadt. „Ich freue mich, meine Kompetenz als Architekt in der Stadtentwicklung weiter einbringen zu können“, sagt Jahn und betont: „Wer will, dass das grün-rote Projekt weitergeführt wird, der muss Grün wählen.“ Er hoffe darauf, dass sich auch die SPÖ für eine Weiterführung der Koalition deklariere.

Brigitte Krenn, die die letzten vier Jahre als Vizebürgermeistern tätig war, meint: „Der Zeitpunkt könnte für Simon Jahn nicht günstiger sein, um den ersten Listenplatz zu übernehmen.“ Auch sie zieht in ihrem Ressort Bilanz: Von den Neuverhandlungen mit der Fernwärme über die Erneuerung mehrerer Spielplätze bis hin zur Tempo-30-Zone im Bahnhofsviertel sei viel geschehen. „Wir wollen die Stadt der kurzen Wege sein“, sagt Krenn. Die große Aufgabe für die nächsten Jahre werde sein, den motorisierten Verkehr möglichst aus der Stadt zu bekommen. „Dazu müssen auch überregionale Maßnahmen gesetzt werden“, ist Krenn überzeugt.

Die Listendritte Lili Markovic verwies in ihrem Ressort auf die „Kindergarten-Offensive“. Neben zahlreichen Zu- und Ausbauten werde es nun auch am Brauereigelände 100 neue Kindergartenplätze geben. „Wir wollen für berufstätige und alleinerziehende Eltern ein gutes Angebot schaffen“, sagt Markovic. Sie betont aber auch die neuen Jugendangebote und die Wiedereinführung der Jugendcoaches, die „dem Sparstift der Vorgängerregierung zum Opfer gefallen waren. Uns ist in guter Zusammenarbeit im Erfolgsprojekt Grün-Rot viel gelungen. Aber es ist noch viel zu tun.“

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