Ex-Parteichefin Zboril bricht mit ihrer SPÖ. Thomas Giselbrecht geht als SP-Spitzenkandidat ins Rennen. Karin Zboril fühlte sich bei Listenerstellung übergangen.

Von Nicole Frisch. Erstellt am 04. Dezember 2019 (06:00)
Karin Zboril (SP) zieht sich nach der Wahl aus der Gemeindepolitik zurück; Mit Thomas Giselbrecht an der Spitze stellt sich die SP der Gemeinderatswahl.
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Mit einem neuen Gesicht stellt sich die SP-Ortspartei der Gemeinderatswahl im Jänner. Thomas Giselbrecht wurde von den Parteigenossen zum Spitzenkandidaten gewählt. „Ich habe mir die Gemeindearbeit angeschaut und ein Drüberfahren gesehen, es wird nichts gemeinschaftlich bestimmt“, begründet Giselbrecht seine Motivation, in die Politik zu gehen.

Um dies zu ändern, sei es wichtig, dass keine Fraktion die absolute Mehrheit erhält. Nur so könne sinnvoll für die Bevölkerung gearbeitet werden. Die SP geht mit den Themen Bauen, Kinderbetreuung, aber auch Umweltschutz in den Wahlkampf. „Es sind sehr komplexe Themen. Das eine greift ins andere über“, erklärt Giselbrecht.

"An zehnter Stelle wollte ich auch nicht stehen"

Mit seinem Team ist Giselbrecht „sehr zufrieden“. „Wir haben eine sehr durchwachsene und gut strukturierte Liste erstellt“, so Giselbrecht. Auf dieser befinden sich zahlreiche junge Gesichter, aber auch Alteingesessene. Eine fehlt jedoch: Die bisherige Parteivorsitzende und Gemeinderätin Karin Zboril. Sie fühlte sich bei der Listenerstellung von Giselbrecht übergangen. Deswegen kehrt sie der SP nun den Rücken. „An zehnter Stelle wollte ich auch nicht stehen“, so Zboril.

„Karin Zboril wurde nicht übergangen“, dementiert Giselbrecht. Bei der Erstellung der Liste wollte er mit allen Kandidaten Gespräche führen. Zboril wollte ihm zufolge aber die ersten sieben Plätze sofort wissen. „Sie war mit meiner Antwort, die Gespräche abzuwarten, nicht einverstanden und hat den Ortsausschuss verlassen“, erklärt er. Und: „Sie hat mir nicht die Gelegenheit gegeben, sie auf der Liste zu berücksichtigen.“

Zboril bleibt den Kinderfreunden und dem Arbö erhalten, aus der Gemeindepolitik zieht sie sich aber zurück. „Die Parteiarbeit wird mir nicht abgehen, die Gemeindearbeit schon. Es ist schade, jetzt nichts mehr für die Bevölkerung zu machen“, meint Zboril.