1 Million mehr Fahrzeuge auf Ostautobahn. 37 Millionen Pkw und Lkw im Vorjahr bei Mannswörth gezählt – das sind exakt 101.266 pro Tag.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 20. April 2019 (05:08)
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Symbolbild

Täglich brettern tausende Autos und Schwertransporter über die A4. Seit Freitag sind auch die genauen Zahlen für das Vorjahr bekannt: Bei der Zählstation auf Höhe Mannswörth wurden erstmals im Schnitt pro Tag mehr als 100.000 Pkw und Lkw gezählt.

Auf das ganze Jahr aufgerechnet sind das laut Verkehrsclub Österreich (VCÖ) 37 Millionen Fahrzeuge alleine 2018. Das sind um eine Million mehr Pkw und Lkw als noch 2017. Selbst beim Flughafen zählt man immer noch fast 70.300 Fahrzeuge.

Asfinag, VCÖ 2019; Foto: Burggraf; NÖN-Grafik: Bauer

An der niederösterreichischen Spitze rangiert nach wie vor die Süd-Autobahn A2 mit ihrem Hotspot auf Höhe Biedermannsdorf (Bez. Mödling). Dort fahren täglich fast 166.000 Fahrzeuge. „Um die Verkehrslawinen zu bremsen, braucht es in der Infrastrukturpolitik den verstärkten Ausbau der Schiene. Denn der Ausbau der Autobahnen und Schnellstraßen führt zu mehr Auto- und Lkw-Verkehr“, betont VCÖ-Experte Markus Gansterer. Die Staubelastung im Straßennetz nehme zu. Um die Klimaziele zu erreichen, braucht es eine Reduktion des Verkehrs.

Der VCÖ fordert zusätzliche Investitionen in den Ausbau der Bahnverbindungen für Pendler. Im Wiener Umland brauche es ein dichteres Bahnnetz und häufigere Verbindungen. „Eine einzige S-Bahn Fahrt in Doppeltraktion kann rund 1.000 Personen ans Ziel bringen. Beim aktuellen Besetzungsgrad können damit fast 900 Pkw ersetzt werden“, rechnet der VCÖ-Experte vor. Pkw verursachen im Schnitt pro Kilometer 15 Mal so viel CO wie die Bahn.

Damit stößt Gansterer vor allem bei den Grünen auf offene Ohren. Schwechats Vizebürgermeisterin Brigitte Krenn fordert beinahe gebetsmühlenartig einen „echten Viertelstunden-Takt“ auf der S7-Strecke, mehr Busverbindungen in der Region und das 365-Euro-Ticket für ganz Niederösterreich. Seitens der Stadtgemeinde Schwechat wird auch immer wieder eine Tempo-80-Beschränkung zwischen Schwechat und dem Flughafen gefordert – zuletzt 2017.

Straßenbau-Projekte vor dem Startschuss

Verkehrstechnisch interessant für Schwechat wird der Bau des umstrittenen Lobau-Tunnels. Dieser soll die S1 im Nordosten Wiens beziehungsweise im Marchfeld mit dem S1/A4-Knoten Schwechat verbinden. Im Vorjahr gab das Bundesverwaltungsgericht endgültig grünes Licht für das rund zwei Milliarden Euro teure Projekt. Noch heuer soll der erste Teilbereich zwischen Groß Enzersdorf und Süßenbrunn in Angriff genommen werden. Der Tunnel soll 2025 fertig sein.

Ab Mai starten bereits die Bauarbeiten für den Ausbau der A4 ab Fischamend. Bis 2020 soll eine dritte Spur bis zur Raststation Göttlesbrunn errichtet werden, danach wird zwei Jahre lang an einer zusätzlichen Fahrbahn bis Bruck-West gearbeitet. Das Bauvorhaben ist mit 138 Millionen Euro veranschlagt.