Polit-Streit um die Zukunft der Schwechater Horte. Die Volkspartei wirft den Grünen vor, die Horte zusperren zu wollen und alle Volksschulen in Ganztagsschulen umwandeln zu wollen. Die Regierungspartei weist das aber vehement zurück.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 17. Mai 2019 (16:39)

Eine Präsentation der Grünen-Stadträte Simon Jahn und Ljiljana Markovic im Rahmen einer Versammlung des Elternvereins der Schwechater Volksschule sorgt für Aufregung.

Darin wurden Zukunftspläne für die Nachmittagsbetreuung präsentiert. So sollen langfristig, sofern raum- und betreuungstechnisch möglich, die Horte in Nachmittagsbetreuungsangebote in den Schulen umgewandelt werden.

Die ÖVP läuft jedoch dagegen Sturm und wirft den Grünen vor, die Horte schließen zu wollen. Zudem würden die Grünen planen alle Volksschulen in Ganztagsschulen umwandeln zu wollen. VP-Stadtparteiobmann Anton Imre bezeichnet die Überlegungen der Grünen als "unausgegoren" und "für unsere Kinder als höchst bedenklich". 

Grüne kontern der VP-Kritik

Er kann sich eine Ganztagsschulform in der neu zu errichtenden Volksschule am Frauenfeld vorstellen, ansonsten sollten die Horte aber nicht angerührt werden. Für Imre gibt es noch zu viele offene Fragen, die Jahn und Markovic bei der Versammlung des Elternvereins schuldig geblieben waren. Der Sohn des VP-Chefs geht übrigens ebenfalls in die Schwechater Volksschule.

Die Grünen verstehen die Aufregung der ÖVP jedoch nicht. So sei keine Rede von einer Schließung der Horte, betont etwa Schulstadträtin Ljiljana Markovic. Das Betreuungsangebot bliebe wie bisher erhalten, man plane dies langfristig nur in die Schulgebäude zu verlegen. "Es wird weiterhin möglich sein, das Kinder zu Mittag nach Hause gehen oder in die Nachmittagsbetreuung, wie im Hort, gehen. Daran ändert sich nichts", unterstreicht sie. 

Ganztagsschule als Option

Zusätzlich wolle man den Eltern das Angebot einer Ganztagsschule in der verschränkten Form machen. Das bedeutet, dass die Kinder von 8 bis 16 Uhr in der Schule betreut sind und sich Lern- und Freizeitstunden abwechseln. Mit einer Klasse in der künftigen Volksschule am Frauenfeld könnte man einmal starten. Allerdings nur wenn Interesse da ist. "Wir machen es natürlich nur, wenn die Eltern den Bedarf sehen", unterstreicht Markovic.

Zudem müssten sich die Lehrer geschlossen dafür aussprechen, ergänzt ihr Stadtratskollege Simon Jahn. Zwang gebe es sowieso keinen. Er ist für die Bauagenden zuständig und  hier insofern involviert, als dass es für die Nachmittagsbetreuung in den Schulen genaue Vorgaben seitens des Landes NÖ gebe. So braucht es die Räumlichkeiten, als auch die nötigen Freiflächen. Ob dies dann an allen Standorten möglich ist, werde man sich zu gegebener Zeit ansehen.