Auf Flucht vor Polizei wie ein Irrer gefahren. Wiener (20) lieferte sich mit Polizei Verfolgungsjagd bis nach Schwechat. Bei nächstem Vergehen sitzt er ein, warnt der Richter.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 14. Februar 2019 (04:35)
Wodicka
In Schwechat war die Verfolgungsjagd zu Ende.

Als eine Polizeibeamtin den Akt eines 20-jährigen Wieners wegen Fahrens ohne Führerschein auf den Tisch bekam, konnte sie nicht ahnen, dass es am nächsten Tag zu einer lebensbedrohlichen Begegnung mit dem Verkehrssünder kommen würde: Auf Streife erkannte die Polizistin (26) am Steuer eines entgegenkommenden Wagens den Mann.

Sie habe ihn eindeutig erkannt, sagt die Beamtin vor Gericht, und sie schildert, wie sich der Wiener der Anhaltung und Kontrolle entzogen habe und geflüchtet sei. Eine Verfolgungsjagd folgte, bei der der Lenker in halsbrecherischem Tempo durch Ortsgebiete raste, zahlreiche Verkehrszeichen und Ampeln missachtete und dabei andere Verkehrsteilnehmer gefährdete, listet sie auf.

"Ich bin nicht gefahren"

In Schwechat habe sich die Situation dann zugespitzt, als der Flüchtende auf eine quergestellte Streife zuraste und keinerlei Anstalten machte, anzuhalten. „Die Kollegin erkannte den Ernst der Lage und fuhr im letzten Moment aus der Gefahrenzone, sonst hätte es gekracht und Menschen wären zu Schaden gekommen“, erinnert sich die Beamtin mit Schaudern. Letztlich fanden die Beamten den Wagen abgestellt und leer vor. Der befragte Wiener erklärte dreist: „Ich bin nicht gefahren.“ Dabei blieb er zunächst auch vor Gericht.

Nach mahnenden Richterworten, Angehörige nicht zu einer Falschaussage zu verleiten, knickte der 20-Jährige ein und gab zu, am Steuer des Fluchtwagens gesessen zu sein. „Um in Ihrer Sprache zu sprechen. Sie haben im letzten Moment die Kurve gekriegt. Ohne Geständnis hätte ich sie eingesperrt“, meinte der Richter und verhängte über den jungen Wiener neun Monate auf Bewährung.