Baier-Power für die Roten. Der Wahlkampf der SPÖ ist komplett auf ihre Spitzenkandidatin Karin Baier zugeschnitten .

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 04. Dezember 2019 (04:04)
„Los geht’s“: Spitzenkandidatin KarinBaier hatte beim Wahlkampfauftakt ihrer SPÖ im Gasthaus Steiner allen Grund zu lachen. Sie wurde nach ihrer Rede mit Standing Ovationsbeklatscht.
Gerald Burggraf

„Wir als SPÖ wollen auch in den kommenden Jahren eine bestimmende Kraft in Schwechat bleiben. Das muss so sein.“ Mit dieser Parole gab Stadtparteichef David Stockinger am Donnerstag im Rahmen der Kandidaten- und Programmpräsentation für Mitglieder und Freunde im Gasthaus Steiner die Richtung für den Gemeinderatswahlkampf vor.

„Das Ziel ist natürlich stärker zu werden und klar dazuzugewinnen – sowohl prozentuell wie auch in absoluten Zahlen“, unterstreicht er anschließend im NÖN-Gespräch. Dennoch bleibe man in der Schwechater Sozialdemokratie realistisch. Eine Rückkehr zu alter Stärke – vor 2015 – ist Lichtjahre entfernt. Vor fünf Jahren musste die SPÖ, angeführt von Ex-Bürgermeister Gerhard Frauenberger, eine herbe Niederlage einstecken und verlor 23,4 Prozent und damit zehn Mandate. Mit nunmehr 13 Sitzen sind die Roten aber nach wie vor stimmen- und mandatsstärkste Partei im Gemeinderat. 

"Der Wahlkampf ist ganz auf mich zugeschnitten"

Dass das so bleibt und die Position der SPÖ sogar noch gestärkt wird, dafür soll Bürgermeisterin Karin Baier sorgen. Die Vorsitzende der roten Sektion 1 war 2015 auf Listenplatz 5 an den Start gegangen und hatte nach dem Verzicht Frauenbergers überraschend das Stadtchef-Amt übernommen. Nun soll die Buchhändlerin den Karren für die krisengeschüttelten Sozialdemokraten aus dem Dreck ziehen. Denn selbst Parteichef Stockinger gibt zu: „Die SPÖ ist gerade nicht so in.“

Da eine Gemeinderatswahl jedoch zumeist nach andere Gesetzen spielt, wittern die Schwechater Genossen dank Baier Morgenluft. „Der Wahlkampf ist ganz auf mich zugeschnitten“, verlautbarten die Spitzenkandidatin am Donnerstag. Das entspreche zwar nicht unbedingt ihrem Naturell, denn „keiner kann das alleine schaffen, auch ich nicht“, beschwörte sie den Teamgeist. Ihr persönliches Ziel: „Lasst es uns schaffen, dass ganz Niederösterreich deppat schaut.“ Sie wolle zeigen, dass die SPÖ nicht tot sei, sondern sehr lebendig. Die Unterstützung der Mitglieder und Freunde dürfte Baier jedenfalls haben, gab es doch nach ihren „Auftaktworten“ Standing Ovations.

Auf das angesprochene Team sind Baier und Stockinger besonder stolz. „21 Kandidaten sind jünger als 30 Jahre, das gab es noch nie“, verriet der Stadtparteivorsitzende. An wählbarer Stelle befinden sich allerdings mit Benjamin Haschka und Marco Luksch nur zwei. Daniel Luksch, Marcel Sabotin und Edwin Schnabel auf den Listenplätzen 14 bis 16 können nur auf ein Stimmenplus ihrer Partei hoffen.

Inhaltlich setzt die SPÖ auf vier große Themenblöcke:

Ein soziales Schwechat: Darunter fällt etwa die Erweiterung und Sanierung der Neuen Mittelschule Schmidgasse oder ein Eltern-Kind-Zentrum

Mobilität: Hier sind Parkplatz beim Bahnhof Mannswörth sowie die Parkraumbewirtschaftung in Kaiserebersdorf ein Thema.

Eine Stadt in der man sicher lebt und gerne wohnt: Darunter sind Themen wie „Noch mehr Polizisten/Securitys“, „Betriebskosten durch thermische Sanierung senken“ oder – Baiers Liebling – ein „Heimatmuseum“

Nachhaltige Stadtentwicklung: Ziel sind hier „Weitere Hundefreilaufzonen“, eine „Internationale Klimakonferenz“ in Schwechat zu initiieren oder „Mehr Spielplätze für Groß und Klein“ umzugestalten.

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