Relikte des römischen Reiterkastell „Ala Nova“ gefunden

Bei Grabungsarbeiten in Schwechat am Areal der Brauerei wurden Übereste aus römischen Tagen entdeckt.

Erstellt am 23. Oktober 2021 | 04:42

Beim Alanova-Platz ist der Name Programm: Denn in diesem Bereich befand sich zwischen dem zweiten und fünften Jahrhundert das gleichnamige römischer Reiterkastell „Ala Nova“. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Brauerei. Aufgrund dieser Nähe gilt das Betriebsareal für das Bundesdenkmalamt als archäologisch interessante Fläche.

Daher wurden die Grabungsarbeiten der vergangenen Wochen von Archäologen der Firma „Novetus“ begleitet. Dabei ging es vor allem um die Verlegung von Kanalleitungen oder das Ausbaggern von zwei Auffangbecken für Oberflächenwasser, etwa nach Regenfällen – als Vorbereitung für die 2023 geplante Ansiedlung des Getränkegroßhändlers Ammersin ( die NÖN berichtete ).

Komplettes Hunde-Skelett erhalten

Anfangs sah es kaum nach einem historisch wertvollen Boden aus, im ersten Wasser-Rückhaltebecken kam es zu keinerlei Funden. Danach ging es wenige Meter entfernt erneut in die Tiefe. Und siehe da, schwarze Flecken in der gelben Löss-Bodenschicht veranlassten die Archäologen, die Baggerarbeiten zu stoppen und selbst zur Schaufel zu greifen.

Tatsächlich stieß das „Novetus“-Team rasch auf von Menschenhand geschaffene Gruben, in denen sich neben Tierknochen (sogar ein vollständig erhaltenes Hunde-Skelett) auch Tonscherben befanden. „Über dem gelben Löss befindet sich eine Humusschicht. Die Gruben verfüllten sich mit der Zeit mit Humus und bilden dann diese schwarzen Flecken“, erklärt Grabungsleiter Max Bergner.

Halber Ring samt Stein als auffälligster Fund

Sensationsfunde gab es letztlich keine, die Grabungen wurden mit Anfang der Woche abgeschlossen und das Auffangbecken wird nun fertiggestellt. Dennoch stießen die Archäologen auch auf Menschengemachtes, wie den oberen Teil eines Rings samt Glasstein, eine Bronze-Nadel oder auch bemalte Glasscherben.

Interessant, wenn auch für Bergner wenig überraschend, ist die Tatsache, dass die Funde erst in einer Tiefe von etwa zwei Metern zutage traten. „Die Bodenoberfläche wurde durch die industrielle Nutzung des Geländes künstlich um etwa einen Meter gehoben“, erklärt der Archäologe. Er vermutet, dass an der Grabungsstelle zu Zeiten des Reiterkastelles eine Vorstadt gelegen haben könnte. „Es zeichnet sich zumindest eine Struktur ab“, ergänzt der Grabungsleiter.