Ertl: „OP abgesagt, weil ich Raucher bin“. Johann Ertl wirft Ärzten in Rudolfstiftung Diskriminierung vor. Laut Spital ist Vorgangsweise aber rein „medizinisch begründet“.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 17. Januar 2019 (04:06)
Burggraf
Johann Ertl ist mit den Ärzten der Rudolfstiftung derzeit auf Kriegsfuß.

Im Grunde wollte sich Johann Ertl einer eher harmlosen Operation unterziehen. „Am Donnerstag hätte eine entzündete Talgdrüse am Oberschenkel operiert werden sollen“, berichtet der Schwechater Gemeinderat im Gespräch mit der NÖN. Da der Eingriff unter Narkose hätte vorgenommen werden sollen, musste Ertl im Vorfeld zahlreiche Atteste einholen.

Mit diesen ging er am vergangenen Dienstag ins Wiener Spital Rudolfstiftung. „Der Narkose-Arzt gab mir das OK und schickte mich in die plastische Chirurgie, um letzte Details zu klären“, erzählt der parteilose Stadtpolitiker. Dort kam es zum Eklat. Eine junge Ärztin habe ihm sofort gesagt, dass sie ihn nicht operieren werde. „Sie begründete es damit, dass ich rauche und mich nicht an die Rauchkarenz gehalten habe. Aber das ist eine Sucht, das geht nicht so einfach“, betont Ertl.

"Man hat mich einfach heimgeschickt"

Ein Streitgespräch entflammte, der Chefarzt wurde gerufen. Er bestätigte aber die Ansicht der Ärztin. „Man hat mich einfach heimgeschickt. Ich habe geglaubt, ich spinne“, ist der Schwechater noch immer entsetzt. „Wenn man Raucher ist, lassen sie einen dann bei einem Herzinfarkt krepieren?“, fragt er.

Beim Wiener Krankenanstaltverbund (KAV) sieht man die Thematik jedoch anders. Die Absage der OP sei rein medizinisch zu begründen. Denn bei Rauchern sei bei dieser Art von Eingriffen die Wahrscheinlichkeit einer Wundheilungsstörung extrem hoch. Dazu komme, dass der Patient ein starker Raucher sei. „Man hat sich auf der Abteilung bemüht, ihm das verständlich zu machen. Nicht zu operieren war im Sinne des Patienten“, heißt es seitens des KAV. Zudem habe man ihm eine Unterstützung bei der Raucherkarenz angeboten, die er nicht angenommen habe.