Kurzarbeit: Airport plant Verlängerung. Gespräche mit Belegschaftsvertretern für Betriebsvereinbarung gestartet. Personalabbau wohl dennoch nötig.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 05. August 2020 (05:33)
Bis das Passagiereaufkommen am Flughafen Vor-Coronazeiten entspricht, wird es noch dauern.
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Nun ist es fix, die türkis-grüne Bundesregierung hat die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen: Das Corona-Kurzarbeitsmodell kann ab Oktober um weitere sechs Monate verlängert werden. Am Flughafen nimmt die Ausweitung positiv zur Kenntnis. „Diese Verlängerung bietet Unternehmen die nötige Unterstützung, um die dramatische Krise zu bewältigen“, unterstreicht Airportchef Günther Ofner.

Ziel sei es möglichst viele Mitarbeiter im Betrieb zu halten, die nach der Pandemie wieder gebraucht werden. Am Flughafen begrüßt man vor allem die Flexibilität des Modells, die es erlaubt, unterschiedliche Regelungen pro Abteilung oder Geschäftsbereich zu treffen. Auf NÖN-Rückfrage erklärt Pressesprecher Peter Kleemann, dass es aber noch keine Details gebe. Diese würden mit dem Betriebsrat ausgearbeitet, da die Kurzarbeit in einer Betriebsvereinbarung festgehalten werden muss.

David John, stellvertretender Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates, geht von einer Einigung bereits in wenigen Tagen aus. „Wir waren ja bisher nicht untätig. Auch wenn uns natürlich die Details fehlten“, betont er im NÖN-Gespräch. Der Chef der FPÖ-nahen Fraktion „Unabhängige Arbeitervertretung“ (UAV) rechnet fest mit einer „guten Lösung“. Die Kurzarbeit sieht er als „guter Mechanismus“, um die Krise zu überbrücken und Jobs zu sichern. Allerdings ist auch John bewusst, dass die nahe Zukunft einen Personalabbau unumgänglich machen wird. Bis sich die Luftfahrt wieder vollständig erholt hat, wird es dauern.

Daher will der Personalvertreter im Zuge Kurzarbeits-Verhandlungen auch Lösungen für die Jobreduktion miterarbeiten. Anzunehmen ist laut John, dass natürliche Abgänge etwa durch Pensionierungen – jährlich rund 90 bis 120 – wohl nicht nachbesetzt werden. Gerade in der Bodenabfertigung sollen die wenigen neuen Mitarbeiter aber gehalten werden. Dem Vize-Betriebsratschef schwebt vor, Möglichkeiten zu schaffen, damit ältere Mitarbeiter gleich zu Hause bleiben können – sofern diese das natürlich wollen.