Wenn der Kreis sich schließt: Freinberger vor Premiere. Die Amstettnerin Julia Freinberger bereitet sich intensiv auf ihren Profi-Weltmeisterschaftskampf bei der Fight Night auf heimischem Boden vor.

Von Raimund Bauer. Erstellt am 04. Februar 2020 (02:49)
Siegreich. Letztes Jahr gewann Julia Freinberger (r.) ihren Kampf bei der Fight Night.
Raimund Bauer

Bereits nach dem Gewinn des Europameisterschaftstitels im Vorjahr gab Julia Freinberger bei der Fight Night in Amstetten ihr nächstes Ziel aus: Den Weltmeistertitel. „Doch zwischen dem Wollen und dem Kampf ist noch ein langer Weg“, weiß ihr Trainer und amtierende Profi-Weltmeister Robert Roseneder und fügt hinzu: „Es liegen Welten zwischen einem EM-Kampf und einem Profi-WM-Kampf.“

Doch Julia Freinberger scheut die Herausforderung nicht. Noch dazu ist es ihr erster Profi-WM-Kampf. Somit geht der Fight über fünf Runden zu je drei Minuten. „Das ist das Maximum. Aber konditionell ist Julia schon sehr gut unterwegs“, erklärt Fight-Night-Organisator Christian Pfannhauser. Mit der amtierenden Weltmeisterin Leila El Akab verbindet das Team rund um Julia Freinberger bei genauem Hinsehen mehr.

Autounfall verhinderte ersten Kampf

Denn eigentlich hätte die junge Amstettnerin schon vor zweieinhalb Jahren gegen die Schweizerin gekämpft. Doch am Weg nach Zürich ereignete sich der schwere Autounfall. Seitdem sitzt Christian Pfannhauser im Rollstuhl. „Aber zum Glück ist Julia damals nichts passiert“, erklärt Pfannhauser.

Der Kampf fand nicht statt und El Akab holte sich den Weltmeistertitel und verteidigte diesen bisher zwei Mal. „Wäre der Unfall nicht gewesen, wäre ich letztes Jahr selbst nicht mehr in den Ring gegangen. Außerdem hätte ich Julia auch nicht trainiert“, erinnert sich Robert Roseneder. Doch mit dem Hauptkampf bei der Fight Night schließt sich der Kreis.

Für Trainer Roseneder ebenfalls ein Zeichen: „Es zeigt eben, dass es sich immer zu kämpfen lohnt. Egal wie aussichtslos die Situation im Moment erscheint. Das lernt einem auch der Kampfsport.“

Trainer und Sparringspartner. Julian Freinberger (l.) wird vom aktuellen Weltmeister Robert Roseneder (r.) trainiert.
Raimund Bauer

Nun befinden sich die Vorbereitungen auf den Kampf in der finalen Phase. „Die Vorbereitung begann aber schon kurz nach der letzten Fight Night“, sagt Roseneder.

„Sie hat ein optimales Team hinter sich und arbeitet hart. Alles ist möglich bei ihrem ersten WM-Kampf. Aber natürlich ist ihre Kontrahentin aufgrund ihrer Erfahrung von mehreren Profi-Kämpfen leicht im Vorteil“, fügt Roseneder hinzu.

Mit Martin Laskaj wird ein zweiter Lokalmatador aktiv sein. Bei seinem Wettkampf-Sparring (Boxkampf) kommt es zu einer Seltenheit. „Bei seinem Kampf gegen einen Russen soll am Ende das Publikum über Sieg oder Niederlage entscheiden“, freut sich Christian Pfannhauser.