VCA-Start in die Saison: Aufbruch zu neuen Ufern. Der VCA Amstetten geht mit sieben Neuzugängen, darunter fünf Legionäre, einem neuen Trainer und einem neuen Vorstand unter Führung einer Obfrau ins neue Spieljahr.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 02. Oktober 2018 (02:31)
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Das neue Team des VCA: Fabian Schmiedbauer, Arthur Darmois, Maciej Kleinschmidt, Amer Zecevic, Niklas Etlinger, Stephan Langwieser, Michael Ladner, Nenad Nikolic, Jan Zaller, Cameron Branch und Kornel Kowalewski (von links).

Wenn die Amstettner Volleyballer am Samstag in Bleiburg ihr erstes Meisterschaftsspiel der neuen Saison bestreiten, dann tun sie dies mit einer komplett neuen Mannschaft, unter einem neuen Trainer und einem neuen Vorstand.

Hohe Erwartungen an kanadischen Angreifer

„Wir haben eine ganz lässige Truppe und wollen eine gute Meisterschaft spielen. So viele Ausländer sind aber Neuland für uns“, verrät Sportdirektor Micha Henschke. Hatte man im Vorjahr keinen einzigen Legionär im Kader, so setzt man heuer gleich auf die Dienste von fünf. Dies aber nicht ganz freiwillig. „Ich hätte gerne nur mit Österreichern gespielt, aber einen Tröthann und einen Landfahrer kannst du mit österreichischen Spielern nicht ersetzen“, stellt Henschke klar.

Um die Qualität der Mannschaft nach dem Abgang der zwei besten Spieler zu halten, ging man daher auf die Suche nach Legionären und verpflichtete zwei Polen, einen Kanadier, einen Franzosen und mit Aufspieler Nenad Nikolic, dem Sohn von Ex-VCA-Coach Zoran Nikolic, einen „Serben am Papier“, der vor Jahren in Amstetten bereits das Gymnasium besuchte. Die Entwicklung des 2,03 Meter großen Mittelblockers Kornel Kowalewski verfolgte man beim VCA bereits seit drei Jahren, jetzt hat man zugeschlagen.

Viel erwartet sich Micha Henschke auch vom kanadischen Diagonalangreifer Cameron Branch. „Er war schwer zu kriegen und ist mindestens auf dem Level von Tröthann“, erklärt der Sportdirektor. Nachdem der österreichische Cup angesichts der vielen Legionäre heuer kein Thema ist, kann man sich mit voller Kraft auf den Europacup und die Meisterschaft konzentrieren. „Wir wollen in der AVL wieder unter die ersten Vier“, gibt Henschke die Marschroute vor.

„Der neue starke Mann beim VCA ist eine Frau.“Sportdirektor Micha Henschke über Neo-Obfrau Sabrina Kreuziger

Dass das gelingt, dafür soll ein 28-jähriger Deutscher sorgen: der neue Trainer Jan Schmidt. „Er ist ein Volleyballverrückter, den man manchmal bremsen muss“, erklärt Henschke. Angebote von 15 Trainern flatterten den Amstettnern ins Haus, mit Schmidt konnte der Jüngste überzeugen.

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Neo-Coach.Der 28-jährige Deutsche Jan Schmidt ist der neue Trainer der Amstettner.

Nachdem junge Trainer zuletzt im Fußball sowohl in der deutschen Bundesliga als auch beim SKU Amstetten für Furore sorgten, wollte Henschke auch einem jungen Coach den Vorzug geben. „Er hat mir bei der Vorstellung am besten gefallen. Es passt“, spart der Sportdirektor nicht mit Vorschusslorbeeren.

Zu Recht, denn die Mannschaft konnte unter Schmidt bereits die ersten Erfolge einfahren. Bei einem Vorbereitungsturnier in Slowenien war der VCA heuer erstmals erfolgreich und besiegte Teams, gegen die man im Vorjahr noch klar verloren hatte.

Komplettiert wird der Neustart des VCA durch einen neuen Vorstand.

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Neo-Obfrau.Sabrina Kreuziger ist der neue Boss der Amstettner Volleyballer.

Nachdem Josef Maurer zu Beginn seiner Amtszeit angekündigt hatte, die Funktion des Obmanns nur bis zu seinem 70. Geburtstag übernehmen zu wollen, war eine Neuwahl notwendig. In die Rolle des neuen starken Mannes des Vereins schlüpft nun eine Frau.

„Ich glaube, dass wir mit Sabrina Kreuziger eine sehr gute Nachfolgerin gefunden haben, die schon seit Jahren ganz tolle Arbeit beim Verein leistet“, ist Maurer voll des Lobes für seine Nachfolgerin. „Sie ist die Seele des Vereins“, ergänzt Micha Henschke.