Regionalliga Ost: Traiskirchner Trainer-Tetris

Erstellt am 18. Mai 2022 | 06:01
Lesezeit: 3 Min
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Am Grübeln und sondieren. Jochen Wöhrer – bis November Trainer bei Breitenau in der 2. Landesliga – und Werner Trost saßen am Freitag erstmals gemeinsam auf der Trainerbank. Arbeiten die beiden in anderer Konstellation über den Sommer hinaus zusammen?
Foto: Malcolm Zottl
Coach Zeljko Radovic musste in der Vorwoche seine Sachen packen. Damit hat Traiskirchen diese Saison ja schon Erfahrung.

Max Doller, Markus Bachmayer, Co Marco Wimmer, Thomas Darazs, dazu 1b-Trainer Stefan Horniatschek und seit der Vorwoche Zeljko Radovic, Co Rafael Pollack und Tormann-Trainer Dalibor Grujic – in dieser Saison gaben sich die Coaches auf der Traiskirchner Trainerbank die Klinken in die Hand.

Dabei stand der Verein lange Zeit ja durchaus für Kontinuität auf dieser Position: Robert Haas hatte knapp fünf Jahre das Sagen (2013-2018) Oliver Lederer vor seinem freiwilligen Abgang zum ÖFB-Nachwuchs immerhin zwei Jahre (2018-2020). Radovic waren hingegen nur sechs Monate vergönnt, der durchaus überrascht war, wie ihn Obmann Werner Trost von der Trennung informierte: „So, als wenn ich mit 200 auf der Autobahn fahre und plötzlich wer die Handbremse zieht“, steckte Radovic voller Tatendrang, führte auch schon „sehr gute Gespräche“ mit dem künftigen Kooperationspartner Admira.

So, als wenn ich mit 200 auf der Autobahn fahre und plötzlich wer die Handbremse zieht.“ Zeljko radovic über seinen Abschied

Radovic ging vom kontinuierlichen Aufbauspiel der Lederer-Schule ab, forcierte Physis, Umschaltspiel und Pressing. Die beiden Ideen zu verbinden, gelang noch nicht wirklich. „Im November war der Veränderungswille groß. Klar stößt das nicht immer bei jedem nur auf Gegenliebe. Wir haben im Trainerteam aber immer versucht das Ganze mit Argumentation einzufordern. Das hat auch viel Energie gekostet und es wären noch viele Dinge ausständig gewesen.“

Mit der jüngsten Ergebniskrise habe die Entscheidung nichts zu tun, ebenso wenig wie mit Radovics Fähigkeiten als Trainer. Obmann Trost spricht von „einer Entscheidung für die Zukunft“ und einem „Bauchgefühl“. Somit gibt sich der Verein einmal mehr auf Trainersuche. Doch wer soll die neue Ära, inklusive der künftigen Zusammenarbeit mit der Admira, einläuten? Trost hat zum Wochenende den Kreis bereits auf drei Kandidaten eingegrenzt und einen klaren Favoriten auserkoren: „Er ist derzeit noch bei einem anderen Verein beschäftigt und hundertprozentig fix ist es noch nicht, aber dieser Trainer ist mein absoluter Favorit“, will der Vereinschef bis zum Ende dieser Woche Vollzug vermelden.

Der Neue soll jedenfalls weitreichende Befugnisse im sportlichen Bereich bekommen, auch die Kaderplanung übernehmen. Trost, der in diesem Bereich jetzt federführend beteiligt ist, will sich schrittweise aus den sportlichen Angelegenheiten zurückziehen und sich auf die Entwicklung des gesamten Vereins fokussieren.

Die Rolle des Jochen Wöhrer

Fix ist auch, dass Traiskirchen mit dem größten Trainerteam der Vereinsgeschichte in die neue Saison geht. Neben dem neuen Chef soll es wieder zwei Co-Trainer und erstmals einen Athletiktrainer geben. Ein Co-Trainer-Posten wird von der Admira besetzt. Dieser wird eine tragende Rolle in der Zusammenarbeit spielen, quasi als Kooperations-Manager der direkte Draht in die Südstadt sein. Den zweiten Co-Trainer nominiert Traiskirchen. Ob dieser Jochen Wöhrer heißt? Der 36-Jährige leitet derzeit gemeinsam mit Trost die Trainings. Gemeinsam coachen die beiden auch die letzten drei Saisonspiele. Die Premiere gab es am Freitag beim 0:1 gegen die Wiener Viktoria. Wöhrers Verbleib? Am Prüfstand: „Werner Trost hat gemeint, dass er mich jetzt als Trainer kennenlernen möchte, nachdem er mich ja als Spieler aus meiner Traiskirchen-Zeit kennt.“