Franz Gschiegl: Eine lebende Marathon-„Legende“. Franz Gschiegl, der in Pfaffstätten lebt, ist einer von acht Athleten, die alle 34 Marathons in der Hauptstadt gelaufen sind. Was die Gesamtzeit betrifft, steht er auf Rang eins.

Erstellt am 17. April 2018 (01:16)
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Er läuft und läuft und läuft. Franz Gschiegl, der in Pfaffstätten lebt, liebt das Sporteln.

Sprichwörtlich mit den Laufschuhen zur Welt gekommen ist er nicht. Aber ein Leben ohne Laufen? Das ist für Franz Gschiegl zwar möglich, aber sinnlos. Der 62-jährige Pfaffstättner ist einer von acht Männern, die seit 1984 alle 34 Vienna City Marathons bestritten haben. Das heißt, dass er wettkampfmäßig in Wien 1434,63 Kilometer gelaufen ist. Und das wiederum entspricht ziemlich genau der Luftlinie von Wien nach Helsinki. 111 Stunden und exakt 19 Minuten hat er für seine 34 Marathons benötigt, damit liegt Gschiegl in der Gesamtwertung in Führung, 1:14:28 Stunden beträgt sein Vorsprung auf den zweitplatzierten Michael Reichetzeder.

Der Geschäftsführer der Erste Immobilien KG hat sich rund 100 Mal auf die klassische Marathondistanz und darüber hinaus begeben (u.a. Graz, Klagenfurt, Wachau, Frankfurt, Ötscher-Ultra-Marathon, Glockner-Ultra-Marathon, Korneuburg-Cross-Marathon). Doch Wien nimmt eine Sonderstellung ein. „Ich laufe eigentlich lieber in der Natur, aber Wien ist in jeder Hinsicht Weltklasse“, sagt Gschiegl, „das beginnt bei der perfekten Organisation, geht über die wunderschöne Strecke und endet beim außergewöhnlichen Flair dieses Rennens in einer der schönsten Städte der Welt. Dieser Bewerb gehört zur Upper Class.“

Dazu kämen persönliche Höhepunkte: „Meine Frau ist seit Beginn dabei und feuert mich an, ebenso meine Kinder und Freunde. Ich laufe an meinem Büro vorbei, ich kenne auf dieser Strecke jede Hausecke. Das macht Wien für mich so besonders.“

„Ich laufe an meinem Büro vorbei, ich kenne auf dieser Strecke jede Hausecke. Das macht Wien für mich so  besonders.“ Franz Gschiegl, Pfaffstätten.

Gelaufen ist Gschiegl schon immer. Auf den Geschmack der Langdistanz ist er Ende der 70er gekommen. Seine erste Grenzerfahrung machte er dabei beim Hirtenberger Langstrecken-Kriterium, wo er 50 Kilometer lief. „Da hab‘ ich aus Routinemangel alles falsch gemacht, was überhaupt geht. Um 19 Uhr war der Start, um 23 Uhr hab‘ ich bei einem Haus geklingelt und um Wasser gebeten“, lacht er. Bei 2:50:39 Stunden steht Gschiegls Wien-Bestzeit, achtmal lief er unter drei Stunden, langsamer als 4:16:24 Stunden war er nie.

Der Vienna City Marathon ist im Leben von Gschiegl fixer Bestandteil – und soll es auch bleiben. Auch heuer ist er dabei...