Spielabbruch in Berndorf: Co-Trainer attackiert Spieler. Spielabbruch, weil Berndorf-Co-Trainer Demaku gegen Baden-Spieler Ajradini handgreiflich wurde.

Von Max Kolodej. Erstellt am 13. November 2018 (04:32)
NÖN
Symbolbild

Das Sportliche geriet beim Duell zwischen Berndorf und dem ASV Baden rasch in den Hintergrund. Mit dem negativen Höhepunkt in Minute 77: Baden-Spieler Leonard Ajradini will seinem Bruder – in diesem Spiel als von Baden gestellter „Schiri-Gehilfe“ an der Seitenlinie – bei einem Wortgefecht mit Berndorf-Co-Trainer Bujar Demaku beistehen.

Traxler
Leonard Ajradini kassierte einen Faustschlag.

„Pass auf, was du sagst“, hat L. Ajradini eigenen Angaben zufolge dem Berndorf-„Co“ mitgeteilt – und kassiert in der Folge einen Schlag ins Gesicht. „Ich bin zu Boden gegangen, als ich wieder aufgestanden bin, haben sich fast alle Spieler am Feld geprügelt“, erinnert sich L. Ajradini an tumultartige Szenen.

„Chaotisch. Es gab keinen Ordnerdienst, der die Situation deeskaliert. Auch der Schiedsrichter hat im Vorhinein einen Großteil zu dieser Aktion beigetragen.“

Baden-Kapitän und Spielertrainer Manfred Zöchling ortete Versäumnisse des SC Berndorf: „Chaotisch. Es gab keinen Ordnerdienst, der die Situation deeskaliert. Auch der Schiedsrichter hat im Vorhinein einen Großteil zu dieser Aktion beigetragen.“

Die Schiedsrichter-Leistung sah man auf Berndorfer-Seite ähnlich kritisch, die fehlenden Ordnerdienste wollte Obmann Michael Pöschl jedoch nicht auf sich sitzen lassen: „Der Schiedsrichter hat diese Partie nicht unter Kontrolle gehabt und sicher seinen Anteil dazu beigetragen, auch wenn das Verhalten unseres Co-Trainers natürlich nicht zu entschuldigen ist, intern sanktioniert werden wird. Was den Ordnerdienst angeht, haben wir alle vorgeschriebenen Auflagen erfüllt. Natürlich braucht es Zeit, bis dieser über das Spielfeld bis zum Ort des Geschehens kommt. Als das passiert ist, waren die Tumulte aber schon wieder vorüber.“

Die Gemüter waren zu erhitzt für eine Spielfortsetzung

Demaku selbst wollte sich gegenüber der NÖN ebenso wenig äußern wie Schiedsrichter Dajic, welcher in der Folge Zöchling und L. Ajradini zu sich rief. Ajradini: „Ich war psychisch fix und fertig, mehrere Mitspieler mussten mich zurückhalten. Unter diesen Voraussetzungen war aus meiner Sicht eine Spielfortsetzung unmöglich.“ Der Unparteiische folgte den Badener Darstellungen und beendete vorzeitig das Spiel (beim Stand von 2:1 für Berndorf).

„In meinen Augen ein klarer Fall für eine 3:0-Strafverifizierung zu unseren Gunsten. Die Gemüter waren zu erhitzt für eine Spielfortsetzung. Außerdem gehört so ein Verhalten eines Vereinsverantwortlichen sanktioniert“, meint Zöchling. Anders sieht es Berndorf-Obmann Pöschl: „Der geschlagene Spieler hat nicht den Eindruck gemacht, als könnte er nicht weiterspielen und auch der Schiedsrichter wollte anfangs weitermachen, hat sich allerdings von den Beschwerden der Badener überreden lassen.“