Lars Enöckl bester Österreicher beim 25. Erzbergrodeo. Lars Enöckl hat den „Iron Giant“ bezwungen. Der Lunzer war beim Klassiker als Elfter bester Österreicher. Matthias Buchinger machte erstmals Bekanntschaft mit dem Berg.

Von Armin Grasberger. Erstellt am 12. Juni 2019 (02:55)
Ludwig Fahrnberger/privat
Gegenwart und Zukunft. Lars Enöckl auf dem Weg zu Rang elf beim diesjährigen Erzbergrodeo (rechts bzw. Hauptbild). Youngster Matthias Buchinger (li.) legte eine tadellose Premiere am „Iron Giant“ hin.  Fotos: Ludwig Fahrnberger/privat

Was dem geneigten Tennisfan die vier Grand-Slam-Turniere sind, was dem Fußballanhänger die Champions League oder dem Eishackler das Stanley-Cup-Finale, das ist dem Hard-Enduristen von Welt das Erzbergrodeo. Ein Name, der das Leuchten in die Augen bringt. Eine Legende, die das Adrenalin in die Höhe schießen lässt. Erzberg. Der „Iron Giant“.

Jahr für Jahr versuchen sich hunderte Hobby- und Profi-Endurocracks an dem ikonischen Berg in der Steiermark.

Wenn von 500 nur 16 ins Ziel kommen

Ins Ziel schaffen es dabei stets nur wenige. Zu herausfordernd ist die Strecke, zu selektiv, zu brutal. 500 Starter haben es heuer probiert, nur 16 sahen am Ende auch das Ziel. Einer von ihnen: Lars Enöckl. Der Lunzer wurde als Elfter bester Österreicher und unterstrich einmal mehr seinen Status als bester Hardendurist des Landes. „Ich bin stolz auf meine Leistung und auf das, was ich an diesem Erzberg-Wochenende gezeigt habe“, gab Enöckl nach seinem Husarenritt zu Protokoll.

Bevor der Lunzer den Berg aus Eisen in Angriff nehmen konnte, wartete am ersten Bewerbstag der „Iron Road Prologue“. Ein Platzierungsrennen für das eigentliche Hauptrennen sozusagen. Die elftbeste Zeit sicherte ihm einen Startplatz in der ersten Reihe für das berüchtigte „RedBull Hare Scramble“, die Königsklasse.

„Ich bin nach hinten durchgereicht worden, habe aber die Ruhe bewahrt und meinen Rennplan beinhart durchgezogen.“Lars Enöckl

Der Vorteil der guten Startposition war dann aber schnell wieder weg. Wie viele seiner Konkurrenten geriet der Lunzer gleich zu Beginn in einen unfallbedingten Stau. „Eigentlich bin ich gut weggekommen“, blickte Enöckl zurück. „Dann wurde es aber katastrophal. Ich bin nach hinten durchgereicht worden, hab aber die Ruhe behalten und meinen Rennplan beinhart durchgezogen.“

Und der Plan ist aufgegangen. Position um Position machte Österreichs Enduro-Aushängeschild gut. Er peitschte seine X-GRIP-Husqvarna nach vorne, lieferte sich einen beinharten Fight mit Jonathan Richardson um Rang elf und entschied diesen schlussendlich für sich. „Ich bin auch sehr stolz auf mein Team, das mich die ganze Zeit perfekt betreut hat. Die „11“ kann man, glaub ich, so stehenlassen. Das war wirklich ein cooles Erzbergrodeo für mich.“

Buchinger mit starkem Rodeo-Debüt

Ein „richtig cooles Event“, war das Rodeo auch für Matthias Buchinger. Die Steinakirchner Nachwuchshoffnung ging erstmals am Erzberg an den Start und bewies dabei, dass in den nächsten Jahren mit ihm zu rechnen sein wird. Der Youngster startete gut ins „Hare Scramble“, flog regelrecht von Checkpoint zu Checkpoint. Bis auch er dann bei Wegpunkt acht in einen Stau geriet. „Da habe ich sicher anderthalb Stunden liegen gelassen“, ärgerte sich Buchinger.

Nachdem er seinen Benzinschlauch kürzen, die Bremsarmatur „mit ein paar Kabelbindern“ reparieren und nach Checkpoint zehn mit zerstörtem Starterkabel weiterfahren musste, war für ihn leider Schluss. Der Berg hatte gewonnen. Der Motivation und der Vorfreude auf das nächste Erzbergrodeo tat dies aber keinen Abbruch. Buchinger: „Ich weiß jetzt, was auf mich zukommt. Und ich freu mich riesig drauf.“