Thomas Pechhacker: Weiter, immer weiter. Staatsmeister, Platz vier im Weltcup und die Silbermedaille bei der Europameisterschaft. Die noch junge Saison hielt für Thomas Pechhacker schon jetzt einige Schmankerl bereit.

Von Armin Grasberger. Erstellt am 31. Juli 2018 (03:00)
Leo Zhukov
Körperbeherrschung. Thomas Pechhacker auf dem Weg zu Platz vier beim diesjährigen Weltcup-Auftakt in Vöcklabruck 

Österreich, Schweiz, Großbritannien, Polen. Thomas Pechhacker kommt herum. Das bringt der Job als Trial-Biker eben mit sich. Und es gibt ja auch wahrlich unangenehmere Dinge, als Dank seines Hobbys um die Welt reisen zu können.

Der Purgstaller begann seine diesjährige Saison mit einem Erfolgserlebnis. Anfang Juni verteidigte er bei der Staatsmeisterschaft in Gmunden seinen Titel souverän. (Die NÖN Erlauftal hatte berichtet.) „Das Finale verlief bis zum Schluss sehr spannend“, blickt er zurück. „Vor der letzten Sektion hatte ich aber schon einen genügend großen Vorsprung auf die Konkurrenz.“

„Die Silbermedaille bei der EM bleibt mir auf alle Fälle mit einem Lachen in Erinnerung.“Thomas Pechhacker, Positiver Trial-Biker 

Weiter ging es gut ein Monat später in Vöcklabruck. Der Weltcup-Auftakt wartete. „Nahezu perfekt“ verlief dieser dann. Rang vier und der abermalige Beweis, dass Pechhacker in der absoluten Weltspitze mitfahren kann. Es wäre sogar mehr drinnen gewesen. Noch vor der vierten Sektion lag der Purgstaller auf Platz zwei. Allerdings schätzte er dann ein Hindernis falsch ein. Fehler. Rückfall. Ein Punkt fehlte am Ende aufs Stockerl. Dennoch: „Der Auftakt ist gelungen.“

Danach wartete das erste absolute Highlight dieser Saison. Die Europameisterschaft in Moudon, Schweiz. Die Creme de la Creme. „Schwere Sektionen haben uns dort erwartet“, schildert Pechhacker. „Genau nach meinem Geschmack.“ Der Start ins Halbfinale gelang allerdings nicht so ganz.

privat

Obwohl er keine Fehlerpunkte anhäufte, wurde dem Purgstaller die Maximalpunktzahl aufgebrummt. Grund war eine heruntergefallene Streckenmarkierung. Der Konzentration schadete dieses Kuriosum nicht, die restlichen Sektionen wurden bestens bewältigt, nach dem ersten Lauf stand Zwischenrang zehn zu Buche. Pünktlich zur zweiten Runde begann es in Strömen zu regnen. „Für mich nicht weiter ein Problem“, erzählte der Sechste der aktuellen 20“-Weltrangliste. „Ich mag es, im Regen zu trainieren.“ Das merkte man. Die mit Abstand beste Tagesleistung katapultierte den Purgstaller auf Platz drei vor. Das Finalticket war gesichert.

Dort lief es zunächst ideal für Pechhacker. Bis zur letzten Sektion lag er sogar in Führung. Der Titel war zum Greifen nahe. Der Europameistertitel. Vier Punkte betrug der Vorsprung vor der letzten, „für mich eigentlich leichtesten Sektion.“ Ein verpasster Absprung beim ersten Hindernis zerstörte den Traum vom Europa-Champion aber innerhalb weniger Augenblicke. „Dieser zuerst sehr bittere Moment war auf jeden Fall lehrreich. Rückblickend betrachtet war das aber schon ein Erfolg. Die Silbermedaille bei der EM bleibt mir auf alle Fälle mit einem Lachen in Erinnerung.“ Denn: „Nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Tatsache, dass ich jetzt konstant vorne mitfahren und um den Sieg kämpfen kann, geben mir enorm viel Selbstvertrauen und stimmen mich positiv für die nächsten Rennen.“

Am vergangenen Wochenende stand für Thomas Pechhacker das London Trials Battle auf dem Programm. Danach ging es mit dem Trainer nach Polen, um sich auf den Weltcup in Val die Fieme vorzubereiten. Thomas Pechhacker kommt herum.