Katharina Gallhuber ist wieder zurück auf den Brettern. Ein gutes halbes Jahr nach dem Kreuzbandriss stand die Göstlingerin Katharina Gallhuber wieder auf den Skiern.

Von Raimund Bauer und Claus Stumpfer. Erstellt am 30. Juli 2019 (03:12)
Markku Ulander/AFP
Wieder am Start. Wie im Vorjahr will Katharina Gallhuber in Levi wieder an den Slalomstart gehen. Der Heilungsverlauf nach ihrem Kreuzbandriss ist perfekt verlaufen.

Vor dem großen Heimrennen am Semmering geschah das Unglück. Während Trainingsläufen am Semmering riss sich Katharina Gallhuber im Dezember das Kreuzband.

„Sicher ist die Diagnose ein großer Schock für mich. Ich hatte bisher keine schwere Verletzung. Aber ich stelle mich der Herausforderung“, sagte Katharina Gallhuber direkt nach der Verletzung.

Und wie sich die Göstlingerin der großen Herausforderung stellte. Ein gutes halbes Jahr später stand die 22-Jährige bereits wieder auf den Brettern, die die Welt bedeuten. „Das Gefühl auf Schnee kann man nicht beschreiben. Es waren einfach nur Glücksgefühle. Ich hatte mich gefreut wie ein kleines Kind auf eine Hüpfburg. Es hat Riesenspaß gemacht“, erklärt Katharina Gallhuber über ihre ersten Schwünge im Schnee am Gletscher in Sölden.

Hart war mit Sicherheit auch der Umstand, dass Gallhuber die Weltmeisterschaft im schwedischen Are nur im Fernseher mitverfolgen konnte. Denn aufgrund ihrer Platzierungen im Weltcup wäre Gallhuber auf jeden Fall im Slalom gesetzt gewesen.

Schuften für das schnelle Comeback

Für die schnelle Rückkehr auf Schnee schuftete die zweifache Olympia-Medaillengewinnerin unermüdlich. Egal ob bei den Rehamaßnahmen in Tirol, gemeinsam mit ihrem damals ebenfalls verletzten Cousin Christoph Krenn oder bei den Konditionseinheiten auf Zypern oder in Kroatien. Gallhuber war auf die Rückkehr fokussiert. „Mein Knie wurde behandelt wie eine Prinzessin“, erinnert sich Gallhuber an die Zeit zurück.

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Mit der Sonne um die Wette. Katharina Gallhuber strahlte nach ihren ersten Schwüngen.

Jetzt ist der nächste Schritt in Richtung Rückkehr in den Ski-Weltcup geglückt. Dennoch will sich die Göstlingerin, die auch in den nächsten zwei Jahren mit Atomic-Skiern unterwegs sein wird, keinen Stress machen. „Ich gehe in die Rennen, wenn ich absolut fit bin. Da muss ich mich weiterhin geduldig zeigen“, sagt Gallhuber. Fahren wird die Göstlingerin dabei im Slalom: „Mein Hauptaugenmerk liegt in der kommenden Saison ganz klar beim Slalom, da will ich so rasch wie möglich wieder in die erste Startgruppe.“

Die Rehabilitation sei perfekt verlaufen. „Das Tolle war, dass ich nie Schmerzen hatte, nur beim Training hat es ein paar Mal gezwickt, weil ich ein wenig überbelastet habe, aber das war nach einer kurzen Ruhephase auch gleich wieder weg“, erzählt die Olympia-Bronzemedaillengewinnerin von Südkorea.

Körperlich sei sie nach dem im Dezember beim Heimrennen am Semmering erlittenen Kreuzbandriss weiter als davor. „Nur an Schnelligkeit und Spritzigkeit mangelt es noch ein wenig.“ Im Moment trainiert sie ohnehin derzeit viel im neuen Olympiazentrum in der NÖ Landeshauptstadt, um diesen Mangel in den nächsten Wochen wieder weg zubekommen. Denn bei ihrem Comeback möchte sie voll fit sein.

„Wie es jetzt aussieht, werde ich beim Weltcupslalom in Levi sicher dabeisein können!“ Dennoch wird Gallhuber behutsam an die Sache herangehen. „Wir bauen das jetzt Schritt für Schritt auf. Erst einmal statt Rutschen und Schule fahren auf dem Programm. Bis zum Saisonauftakt gilt es noch Konditionstraining und Freifahrtage zu kombinieren“, erläutert Gallhuber ihren nächste Schritte. Bis zum ersten Slalom in der neuen Saison ist noch genügend Zeit vorhanden. Die Damen und Herren starten erst am 23. und 24. November in den Weltcup im finnischen Levi.

Zweites Standbein als Zollbeamtin

Beim Besuch des ÖSV-Damenteams im Sportzentrum St. Pölten, wo sich die Skiathletinnen beim Eishockeymatch auf glattes Eis begaben, war Gallhuber interessierter Zaungast. Da sprach sie auch von ihrer zweiten Karriere als Zollbeamtin, die gleich nach dem Schulabschluss festgestanden ist. „Mit der Verletzung in der letzten Saison wurde mir aber erst bewusst, wie schnell eine Skikarriere vorbeisein kann. Da weiß man dann genau, warum man im Sommer Zollkodizes auswendig lernt“, meint die frischgebackene Zollbeamtin.

Britische Zollregeln im Herbst nach dem EU-Austritt der Inselbürger wird sie aber vorerst nicht nachlernen. „Wenn ich das Zeugnis hab, war‘s das mit dem Zoll fürs erste einmal“, lacht sie. Und Gallhuber bestand die Prüfung zur Zollbeamtin ohne Probleme. „Das war der nächste Meilenstein in meiner Karriere“, fügt Gallhuber zufrieden hinzu. Die volle Konzentration liegt nun auf dem Start in Levi.