Gänserndorfer schlug Thiem bei Tennis-Challenge. Rene Decrinis aus der Bezirkshauptstadt stand mit Dominic Thiem auf dem Center-Court und durfte über einen „Sieg“ jubeln.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 30. Oktober 2019 (03:16)
Bildagentur Zolles KG
So sehen Sieger aus. Während die sechs Amateurspieler, unter ihnen Rene Decrinis aus Gänserndorf (Vierter von rechts), über den Sieg bei der Ö3-Wecker-Tennis-Challenge jubeln durften, machte Superstar Dominic Thiem (Dritter von re.) traurige Miene zum lustigen Spiel.

Für Österreichs Nummer eins Dominic Thiem war das Heimturnier in der Wiener Stadthalle in der Vorwoche ein voller Erfolg: Mit fünf Siegen aus fünf Spielen stürmte der 26-Jährige zum „Austrian Slam“, also den Turniersiegen in Kitzbühel und Wien im selben Jahr. Eine „Niederlage“ kassierte er aber doch, und dabei war ein Gänserndorfer Hobbyspieler nicht ganz unbeteiligt.

Aber alles der Reihe nach: Donnerstagabend fand in der ausverkauften Wiener Stadthalle wieder die Ö3-Wecker-Tennis-Challenge statt. Direkt nach Thiems Sieg gegen Fernando Verdasco hatten sechs mutige Ö3-Hörer/innen (drei Doppelpaare) die Chance, gegen Thiem, einen der besten Tennisspieler der Welt, anzutreten. Hunderte Tennis-Begeisterte aus ganz Österreich meldeten sich dafür an, drei Teams schafften es letztendlich. Unter ihnen war auch Rene Decrinis aus Gänserndorf, der sich gemeinsam mit dem Wiener Patrick Wiesmühlner qualifizierte.

"Das wahr schon ein Wahnsinn"

„Patrick, ein Freund und Ex-Vereinskollege, hat uns angemeldet und wir wurden dann in den Kreis der letzten acht Paare aufgenommen“, erzählt der 30-jährige Decrinis. Diese acht wurden dann von Österreichs wohl bestem Tennisspieler aller Zeiten, Thomas Muster, auf drei reduziert – inklusive Decrinis/ Wiesmühlner. „Das war schon ein Wahnsinn, weil es eine Ehre ist, wenn so jemand dich für würdig hält.“

Gemeinsam mit „Non-Playing-Captain“ Tom Walek bereitete Muster die drei Paare auf das Duell mit Thiem und Ö3-Wecker-Moderator Robert Kratky, der noch nie zuvor Tennis gespielt hat, vor. Decrinis kam deshalb schon am Mittwoch zum Trainieren und Matches anschauen, ehe es donnerstags ernst wurde. Schon untertags durften Decrinis und Co. in die Players-Lounge und spielten sich dann u.a. mit Weltklasse-Ass Gael Monfils ein.

„Da haben wir im Zelt vor der Stadthalle aufgewärmt, und die Zuschauer, die reingesehen haben, dachten wohl, auch wir sind Stars (lacht).“ Nach dem letzten Einzel wurde es ernst und die Ö3-Hörer mussten auf den Center-Court – vor einer immer noch gut gefüllten Halle. Wie ging es Decrinis? „Mir haben die Beine gezittert, aber es war schon geil.“ Mit einem Vorhandwinner – allerdings auch einem kassierten Ass von Thiem – trug der Marchfelder seinen Teil zum 3:1-Sieg bei. Am Ende triumphierten alle drei Amateurpaarungen über Thiem und Kratky.

„Ich hoffe, dass der Robert zum Trainieren anfängt und das nächste Mal besser spielt“, lacht Thiem. Bei Decrinis und Co. blieben strahlende Augen: „Das kann ich meinen Enkelkindern noch erzählen, dass ich mit so einem Topstar am Platz gestanden bin.“ Für nächstes Jahr wollen sich Decrinis und Wiesmühlner übrigens wieder bewerben: „Logisch, ich werde dann dazuschreiben, dass wir bereit sind, Dominic eine Revanche zu geben (lacht).“