Tag 3 - Der Körper soll aufgeben. 72 Stunden und 330 Kilometer sind absolviert. Ums linke Knie liegt eine Bandage, die Sohlen brennen, "alles tut weh" - doch der Wille von Rainer Predl ist ungebrochen.

Von David Aichinger. Erstellt am 12. Februar 2019 (19:52)
David Aichinger

1.793 Laufband-Kilometer in 14 Tagen – genau das will der Lasseer Rainer Predl von 9. bis 23. Februar im Gänserndorfer Fitnessstudio MegaFit schaffen. Die NÖN begleitet den Weltrekordversuch mit einer Serie. Lesen Sie täglich auf nön.at, wie es dem Extremsportler geht, bei welcher Kilometermarke er sich befindet und weitere witzige Hintergrundgeschichten über die außergewöhnliche Aktion und den ebenso außergewöhnlichen Athleten.

Auf den "Bobby-Car-Tag" folgte bei Rainer Predls Weltrekordversuch in Gänserndorf ein etwas ruhigerer Tag 3. Nicht nur das Betreuerteam war dabei etwas kleiner und vor allem nicht verkleidet, auch beim Extremsportler selbst war eine Veränderung festzustellen. Das linke Knie ist blau bandagiert. Auf jenem Bein, an dem Predl schon einmal einen Kniescheibenbruch erlitten hatte: "Ob das jetzt damit zusammenhängt, weiß ich nicht." Es sei jedenfalls ein "kleiner Schleimbeutel, der da anschwillt, aber das Knie ist mein wenigstes Problem".

Weil es sich nur in eine Reihe anderer Wehwehchen einordnet, die dem Lasseer zu schaffen machen. Die Sohlen brennen, die Beine schmerzen, eine Hand ist leicht angeschwollen, die Energie fehlt: "Alles tut weh, aber das ist normal. Darauf hab ich mich eh vorbereitet."

"Ich bin Läufer, und kein Geher"

Faktoren, die Predl auf einen bestimmten Moment hoffen lassen - jenen, an dem der Körper aufgibt. Aufgeben? Wäre das nicht kontraproduktiv? Nein, wie Predls Wortlaut verrät: "Schauen wir mal wann der Körper endlich aufgibt und sagt, na Rainer, mach jetzt dein Ding, ich geh in den Standby-Modus." Verlassen wolle er sich auf diese "Erlösung", die ihm bereits beim Sieben-Tage-Laufband-Weltrekord alle Wehwehchen "wie weggeblasen" erscheinen ließ, nicht, schön wäre sie aber allemal: "Weil ich dann wieder locker laufen kann, und nicht gehen. Weil ich bin Läufer, und kein Geher."

Einfluss haben diese Handicaps freilich auch auf den Gesamtfortschritt. 130 Kilometern an Tag eins, die Predl und sein Team im Vorfeld des Weltrekordversuchs als "Idealmarke" pro Tag angepeilt hatten, folgten 105 an Tag 2 und nun 95 an Tag 3. Der Hauptdarsteller sieht das angesichts der Umstände einerseits als Energiesparen: "Immerhin sind es noch mehrere Tage, und es macht wenig Sinn, wenn ich mich da gleich die ersten drei, vier Tage massakriere und kaputt mach". Andererseits müsse man auch realistisch sein, weshalb er sich Stand heute "vom Kopf her persönlich auf Plan B eingestellt" habe.

"Es ist not too late - zu schaffen ist es noch"

Damit meint Predl den 14-Tage-Laufband-Weltrekord eines Ukrainers mit 1.327 Kilometern. Ganz abhaken will er die angepeilte Krönung, den längsten Laufband-Lauf überhaupt, den bisher ein Kanadier mit 1.793 Kilometern (allerdings in 30 Tagen) lief, aber auch noch nicht: "Ich muss schauen, wie sich das entwickelt mit dem Körper. Wenn die Schmerzen vergehen sollten - das kann ja sein, vielleicht morgen, vielleicht übermorgen, wer weiß - und ich kann wieder laufen, dann ist natürlich der andere Weltrekord auch noch nicht in Gefahr. Es ist not too late - zu schaffen ist es noch."

Allzusehr darauf pochen wolle der Extremsportler allerdings nicht, am wichtigsten sei, die 14 Tage durchzuhalten und möglichst viele Spenden für die Pfotenhilfe zu lukrieren: "Wir geben einfach alles, und das ist, glaube ich, das Wichtigste."

Die Möglichkeit, das Projekt zu unterstützen, bietet sich übrigens vor Ort oder via www.rainerpredl.com