So läuft die Kontrolle bei Predls Weltrekordversuch. Um einen gültigen Rekord überhaupt erst zu ermöglichen, mussten Rainer Predl und sein Team im Vorfeld und auch während der 14 Tage zahlreiche Bedingungen erfüllen. Von Gedanken an Rekorde war der Extremsportler an Tag 4 aber doch weit entfernt.

Von David Aichinger. Erstellt am 13. Februar 2019 (18:20)

1.793 Laufband-Kilometer in 14 Tagen – genau das will der Lasseer Rainer Predl von 9. bis 23. Februar im Gänserndorfer Fitnessstudio MegaFit schaffen. Die NÖN begleitet den Weltrekordversuch mit einer Serie.

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Mit 852 Kilometern in sieben Tagen auf dem Laufband schaffte es Rainer Predl im Jahr 2015 ins Guinness Buch der Rekorde. Bei seinem aktuell laufenden Rekordversuch sind drei Rekorde möglich: Der eigene Sieben-Tage-Laufband, jener über 14 Tage am Laufband, und der längste Lauf überhaupt auf einem Laufband. Doch wie wird so etwas überhaupt überprüft? Predl und sein Team geben Einblick.

"Die Regularien sind ziemlich groß", verriet der Weltrekordanwärter schon vor dem ersten Kilometer. Zentral ist freilich das Laufband, das speziell kalibriert werden musste. Ein kleines Messgerät prüft dabei, ob die Geschwindigkeits- und Distanzangaben auf dem Laufband der Realität entsprechen, der Vorgang musste mit und ohne Läufer durchgeführt und mittels Bild und Video entsprechend dokumentiert werden. Das ganze doppelt, denn neben dem Hauptlaufband steht bei technischen Schwierigkeiten ein zweites bereit, auf das Predl sofort umswitchen könnte. Apropos Notfall: Auch gegen Stromausfälle ist das Team mit einem Notstromaggregat abgesichert.

"Big Brother is watching you"

Seit Anbeginn des ersten Tages heißt es nun Dokumentation, Dokumentation, Dokumentation. Wann steigt der 29-Jährige aufs Band, wann pausiert er, wie weit ist er gelaufen, wann geht er aufs WC, wann schlafen, wann und womit ernährt er sich? Weitere Vorgaben: Der Austragungsort muss frei zugänglich sein und das Projekt auch via Livestream übertragen werden.

"Big Brother is watching you", lacht Predl: "Wir können nichts verbergen". Auch zwei Betreuer müssen rund um die Uhr vor Ort sein und ebenfalls alles unterschreiben. Am Laufband darf sich Predl nicht anhalten, und auch stets erst absteigen, wenn es komplett zum Stillstand gekommen ist.

Am Ende wandert die gesamte Dokumentation samt Videomaterial und diversen Presseberichten zu einem Notar, der diese auch noch für Ok befinden und unterschreiben muss, ehe sie Predl bei einer der Weltrekordstellen einreichen kann. Dort kann es dann bis zu zwölf Monate dauern, bis der Versuch akzeptiert wird.

Warum kein "Guinness-Richter" oder sonstiger Kontrolleur vor Ort ist und das Geschehen direkt überprüft? Das könne man machen, es koste aber "sehr, sehr viel Geld", verriet Predl bei der Antritts-Pressekonferenz. Ein Kostenpunkt, der eben nicht zum Vorhaben passe, möglichst viel Geld für den karitativen Zweck zu lukrieren.

Zwei Marathons gegangen

Bei letzterem Unterfangen befand sich der Extremsportler an Tag 4 jedenfalls auf einem guten Weg, der Inhalt der vor Ort aufgestellten Spendenbox wächst. Körperlich nehmen hingegen die Probleme zu.

Den Dienstag beendete Predl, indem er vom Band humpelte. "Der Fuß ist extrem geschwollen", berichtet er, gerade mit Eisbandagen pausierend, am Mittwochnachmittag. So war heute ausschließlich gehen angesagt. "Das ist halt langweilig und überhaupt nicht meine Sportart", war der Ausnahmeathlet freilich nicht gerade happy.

Mit "aktiver Regeneration" - Predl geht trotzdem noch fast zwei Marathons am Tag - und eventuell früherem Tagesende als gewohnt will man die Schwellung weiter reduzieren und morgen weitersehen. "Blöd" sei einfach der frühe Zeitpunkt, sagen Predl und sein Arzt: "Wenn das am zehnten oder elften Tag passiert, ist das was anderes. Wenn es am dritten, vierten Tag passiert, kannst du nur hoffen, dass unsere Taktik funktioniert."

Nach 96 Stunden stand der Lasseer heute um 15 Uhr jedenfalls bei 395 Kilometern. Weit weg von den anfangs angepeilten 520 zu diesem Zeitpunkt, und doch - in Anbetracht der ungewöhnlichen Maßstäbe - eine irre Marke von bereits 9,5 Marathons.