Gerald Melzer: „Ein verlorenes Jahr“. In Südamerika will der Deutsch-Wagramer (28) nach verpatzter Saison nochmal durchstarten.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 24. Oktober 2018 (02:15)
privat
Gerald Melzer aus Deutsch-Wagram.

Am Montag begann für den Deutsch-Wagramer Gerald Melzer das ATP-Challenger in Lima (Peru). Es bildet den Auftakt von fünf Turnieren in Südamerika, mit denen eine bisher verpatzte Saison für den 28-Jährigen zu Ende gehen wird.

NÖN: Was waren Ihre Beweggründe, doch noch länger in Übersee

zu bleiben?

Gerald Melzer: Ich brauche noch unbedingt Punkte, damit ich aufgrund der neuen Challenger- Turnier regelung der ATP ab 2019 (Anm.: die Challengers werden aufgewertet, das Starterfeld aber auch stärker) nicht in der Weltrangliste abstürze.

Welches Fazit ziehen Sie generell für das Jahr 2018?

Melzer: Ehrlich gesagt war es ein verlorenes Jahr. Ich habe bei keinem Turnier wirklich ver letzungsfrei spielen können, das ist mental enorm anstrengend. Aber ich werfe die Flinte nicht ins Korn, bin topmotiviert, dass ich nächstes Jahr wieder voll angreifen kann.

Gab es trotzdem Lichtblicke?

Melzer: Ich bin in Österreich und Deutschland Mannschafts-Staatsmeister geworden, nicht schlecht, oder? Leider gibt’s dafür keine Weltrang listenpunkte. Und beim Daviscup mitfiebern war auch toll, aber ich hätte lieber gespielt (lacht).

Mit dem Verbleib in Südamerika verpassen Sie aber den Einzel Abschied Ihres Bruders?

Melzer: Das tut mir im Herzen weh, aber Jürgen war der Erste, der mir geraten hat, diese ganzen Turniere hier noch zu spielen. Aber über das Internet werde ich sicher alles verfolgen.