Deutsch-Wagram

Erstellt am 13. Juni 2018, 02:55

von Peter Sonnenberg

Andreas Ernhofer: Jetzt auch international. Der Deutsch-Wagramer Andreas Ernhofer wandelt auf den Spuren seines Vorbilds und Freundes Andreas Onea. Jetzt gab er in Italien seine erste Weltcup-Duftprobe ab.

„Alter Hase“ und „junges Gemüse“ bei internationalen Wettkämpfen: die beiden Deutsch- Wagramer An-dreas Onea (li.) und Andreas Ernhofer.  |  privat

Für Andreas Ernhofer war es vor Kurzem endlich soweit: Das Deutsch-Wagramer Schwimm-Ass bekam vom internationalen Behindertensportverband die Freigabe, auch international an den Start zu gehen. Er durfte bei der vierten Station der sogenannten „World Para Swimming World Series“ in Lignano (Italien) teilnehmen.

„Am ersten Wettkampftag war ich etwas überrumpelt von der Größe dieser Veranstaltung. Und nervös obendrein“, berichtete der 21-Jährige. Am zweiten Wettkampftag konnte er dann aber sein Können zeigen, er qualifizierte sich über 50 Meter Freistil – in 45:10 Sekunden mit neuem österreichischen Rekord – für die Europameisterschaft in Dublin im August. Zum Drüber streuen konnte er dann noch einmal alle Kräfte mobilisieren: Über 150 Meter Lagen verbesserte er in 3:26,26 Minuten ebenfalls seine Bestzeit und landete als Dritter auf dem Podium. Die Be lohnung: Erstmals scheint er in der Weltrangliste auf, in all seinen Bewerben ist er unter den Top-Ten. Für die Zukunft hat er ein klares Ziel: „Die Paralympischen Spiele 2020 in Tokio. Dafür werde ich jetzt umso härter trainieren.“

"Andreas Onea is ein Riesenvorbild"

Nach einem schweren Badeunfall im Jahr 2014 sitzt der Student der medizinischen Informatik ja im Rollstuhl, er kam in seiner Reha bilitationszeit am Weißen Hof auch mit dem Schwimmsport in Kontakt. Nach der Matura 2016 begann er leistungsmäßig zu trainieren (Anm.: unter Coach Thomas Rosenberger, selbst ehemaliger Paralympicsteilnehmer) und entwickelte sich zu einem der besten Schwimmer Österreichs.

Tipps und Tricks gibt’s dabei von einem anderen Deutsch-Wagramer Versehrtensport-Ass: Andreas Onea. „Er ist ein Riesenvorbild für mich. Wir trainieren jetzt nicht explizit gemeinsam, aber er steht mir mit Rat und Tat zur Seite. Außerdem beruhigt er mich bei großen Wettkämpfen, das hilft un gemein“, so Ernhofer.

So wie am vergan genen Wochenende in Berlin: Am letzten Wettkampftag konnte Ernhofer den alten öster reichischen Rekord über 100 Meter Rücken um 14 Sekunden ver bessern und gewann in seiner Behinderungsklasse. Dadurch hat er sich auch in der Weltrangliste auf Position drei vorgeschoben. Aber auch Mentor Onea überzeugte: Beim letzten Weltcup übernahm er über 200 Meter Lagen die Europarang listenführung.