Forderndes Finale in Wien für Bernhard Bock. Bernhard Bock lief beim Wien Rundumadum-Trailrun auf 88 Kilometern seine Beschwerden weg.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 06. November 2019 (02:10)
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Bernhard Bock (r.) mit Christopher Peel nach zehnStunden glücklich im Ziel. Der Hoheneicher tat sich ab Kilometer 27 mit dem Gmundner mit HornerWurzeln zusammen. Bock: „Ein Zeitl waren wirLeidensgenossen, aber dann ist es uns immer

Nach dem gemeinsamen Saisonabschluss mit seinen Klubkollegen am Gardasee vor zwei Wochen gab sich LT-Gmünd-Obmann Bernhard Bock zur Draufgabe am Samstag beim „Wien rundumadum“-Trailrun auch noch ein persönliches Saisonfinale – die heuer erstmals ins Programm genommene „Dreiviertel G’schicht“ über 88 Kilometer.

„Damit hast die schöne Nord- und Westseite am Tag und wenn die nicht so schönen Teile kommen, ist es dann schon Nacht“, schildert Bock das Erlebnis auf der etwas kürzeren Strecke, die Bock in exakt zehn Stunden als Siebenter finishte.

„Cola und Red Bull hat wieder geholfen, mir neue Kraft für die letzten Kilometer gegeben.“ Bernhard Bock über seinen „Zaubertrank“ beim fordernden Wien Rundumadum

Ein Erlebnis, dass dem erfahrenen Ultraläufer heuer aber ziemlich zusetzte. „Nur 14 Tage nach dem Marathon am Gardasee war das schon riskant. Ich hab dann auch bald gemerkt, dass ich noch nicht bei vollen Kräften bin“, erklärt er.

Der Trailrun rund um die Bundeshauptstadt führt nämlich vom Start weg zunächst einmal in hügelige Gefilde. Leopoldsberg, Kahlenberg & Co. setzten dem Hoheneicher auf der ersten Streckenhälfte ganz schön zu. „Das war hart, ich hab schon Schwächen in den Beinen bemerkt“, schildert er. „Aber aufgeben wollte ich nicht.“

Also besann er sich seines eigenen vor Jahren kreierten Motivationsspruchs: „Wenn gar nichts mehr geht, einfach locker weiterlaufen.“ Das zeigte Wirkung. Zudem traf Bock etwa bei Kilometer 27 auf einen „Leidensgenossen“, den Gmundner Christopher Peel. „Wir sind ins Gespräch gekommen, haben dann beschlossen, das Rennen gemeinsam fertig zu laufen.“ In den Gesprächen stellte sich auch heraus, dass Peel Horner Wurzeln hat.

Gemeinsam liefen sie ihre Beschwerden weg. Den letzten Ausschlag für ein doch wieder erfolgreiches Rennen gab schließlich die LT-Gmünd-Anfeuergruppe, die ihren Obmann wie schon beim Berliner Mauerlauf mit Cola und Red Bull wieder fit machten – natürlich auch Peel. „Es hat wieder geholfen“, schmunzelt Bock. „Das hat uns zu neuen Kräften beflügelt. Auf den letzten 15 Kilometern ist es wieder sehr gut gegangen.“

Generell sei das Jahr 2019 mit drei Ultraläufen (Biel, Dirndtal Extrem und Wien Rundumadum) und zwei Marathons (Gardasee, Hamburg) sehr gut verlaufen, bilanziert Bock. „Es war ein intensives Jahr, drei Ultras bin ich noch nie gelaufen. Aber es ist alles aufgegangen, war ein sehr erfolgreiches Jahr. Das zeigt mir, der Körper funktioniert“, sagt der 53-Jährige – und schmiedet bereits Pläne für 2020.