Wird‘s noch ein Cup?. Nach verpasstem Start wackeln wegen Corona auch schon Sommerläufe im Waldviertel-Cup. Gesamtwertung unwahrscheinlich.

Von Maximilian Köpf und Bernd Dangl. Erstellt am 13. Mai 2020 (01:27)

Mit dem Reingerser Friedenslauf wäre am Samstag bereits die dritte Station des Waldviertler Laufcups über die Bühne gegangen. Es wäre heiß geworden – wie im Vorjahr, als die Läufer auf der 3,8-km-Schleife beim Haarstuben-Campingplatz an ihre Grenzen gehen mussten. Wegen der Corona-Pandemie blieb ihnen das heuer erspart. Gefreut hat sich über die Absage aber keiner…

„Es ist ewig schade um die Läufe“, sagt Bernhard Bock, Obmann von Veranstalterklub LT Gmünd. „Aber wir müssen es zur Kenntnis nehmen und hoffen auf Besserung. Zum Glück sind wir ein Verein, der nicht so auf die Einnahmen aus den Läufen angewiesen ist.“ Drei Laufveranstaltungen hätte der LT Gmünd heuer im Rahmen des Waldviertel-Cups organisiert – neben Friedenslauf noch den Moonlightrun in Gmünd und das Cupfinale am Litschauer Herrensee. Besonders die zweite Auflage des Moonlightruns, der voriges Jahr eine fulminante Premiere erlebte, Mitte August wackelt noch gewaltig. „Ich bin nicht sehr optimistisch, dass das noch was wird“, seufzt Bock. „Wir stehen laufend in Kontakt mit der Bezirkshauptmannschaft. Noch mussten wir nicht absagen. Aber selbst wenn wir den Lauf durchziehen dürften, dann gäbe es wahrscheinlich so strengen Auflagen, dass wir diese nicht erfüllen können würden. Stell‘ dir vor, da steckt sich jemand beim Lauf an…“

Ein dickes Fragezeichen steht auch weiter hinter dem Horner Stadtlauf. Dieser hätte den Cup eröffnen sollen, wurde vorerst auf den 1. August verschoben. Für Organisator Christian Kraus ist derzeit völlig offen, ob gestartet werden kann: „Wir warten etwa noch sechs Wochen und bis dahin die Richtlinien ab. Dann müssen wir eine Entscheidung treffen, weil wir auch eine gewisse Vorlaufzeit brauchen.“ Fix ist, dass es einen „40. Stadtlauf“ geben wird – notfalls 2021. Wie es mit der Traditionsveranstaltung dann weitergeht, ist für Kraus völlig unklar: „Die Sponsoren werden aufgrund der Situation sicher nicht mehr. Wir haben heuer schon genug investiert, bleiben, wenn abgesagt wird, auf vielen Kosten sitzen.“

Diese unsichere Lage hat auch Auswirkungen auf den Waldviertel-Cup als Gesamtes. Ob es in diesem Jahr eine Gesamtwertung geben wird, darüber wird am Donnerstag entschieden, erklärt Organisator Markus Gschwentner: „Ich möchte dem nicht vorgreifen. Es muss natürlich geklärt werden, ob eine Gesamtwertung noch Sinn macht, wenn einige Läufe ausfallen.“

In Ermangelung von Wettkämpfen bleibt aktuell nur das Laufen für sich selbst – oder für die, die es nicht können, wie vorige Woche beim heuer virtuellen „Wings For Life“-Run, der heuer auch zahlreiche Sportler aus dem Waldviertel lockte.