Traktoren-WM: Vieles neu in Reingers. Fliegender Start & GPS-Tracking sollen die Traktoren-WM weiter aufwerten.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 07. August 2019 (02:27)
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Ende Augustdonern wieder die Traktoren durch Reingers und Umgebung.

Ende August wird Reingers wieder zum Motorsport-Mekka. Dort steigt mit der 16. Internationalen Oldtimertraktoren Langstrecken-Weltmeisterschaft mit mehr als 20.000 Zuschauern das größte Motorsport-Event im Waldviertel. Da sich die Traktoren-WM im nördlichsten Zipfel Österreichs seit Jahren immer weiterentwickelt, warten die Veranstalter vom TOC Reingers auch heuer wieder mit einigen wesentlichen Neuerungen auf.

Die für die Zuschauer gravierendste Änderung wird der fliegende Start beim 24-Stunden-Rennen sein. Dabei nehmen die Fahrer am Samstag um 14 Uhr die Startaufstellung ein, anstatt dann aber wegzuheizen, führt das Safety-Car die Traktoren auf eine Formationsrunde (über den halben Rundkurs, teils auf der alten Strecke). Sobald die Traktoren wieder beim Start sind, fährt das Safety-Car zur Seite und gibt das Rennen frei. „Damit wird‘s auch gleich am Start viele Positionskämpfe geben“, erhofft sich Reinhard Fürnsinn, Obmann des TOC Reingers. „Außerdem wollen wir so die Verstopfungen bei der ersten Schikane erleichtern.“

Mehr Fairness und Sicherheit durch GPS

Außerdem wird nach langjährigem Wunsch der Fahrer heuer erstmals GPS-Zeitnehmung ausgerollt. „Wir testen das System schon seit langer Zeit“, sagt Fürnsinn. Zur Absicherung läuft trotzdem die klassische Zeitnehmung noch parallel dazu. Die Vorteile von GPS sind aber vielfältig. „Wir können die Geschwindigkeiten der Fahrer rund um die Uhr überwachen, was das Rennen fairer macht“, erklärt Fürnsinn und schmunzelt: „Jedes Jahr kommen Traktoren mit 40km/h-Limit mit einem 39km/h-Schnitt ins Ziel. Da ist klar, dass die auch mal schneller als 40 gefahren sein müssen.“

Die Geschwindigkeitsüberwachung hat auch sicherheitstechnische Vorteile – besonders im sehr belebten Fahrerlager. „Du gewinnst kein Rennen, wenn du dort zu schnell, aber es ist sehr gefährlich“, so Fürnsinn, der Zeitstrafen ankündigt. Nicht zuletzt wisse man mit GPS immer, wo sich jeder Fahrer gerade auf der Strecke befindet, was Arzt- und Bergeeinsätze erleichtert.

Der Startschuss zur WM fällt traditionell schon am Freitag um 19 Uhr mit dem Beschleunigungsrennen um den Reingerser Speedy, wofür die Teilnehmer aus den ohnehin hochgezüchteten Renntraktoren noch einmal die letzten PS herauskitzeln und mit bis zu 140 km/h auf der Viertelmeile herumbrettern.

Rund um das Rennen gibt es auch ein buntes Rahmenprogramm mit Discobetrieb an beiden Abenden. Am Samstagvormittag steigt die Junioren-WM. Neu im Samstagsprogramm ist eine Oldtimer-Zweirad-Ausstellung. Darüber hinaus gibt‘s Hubschrauberrundflüge und eine Vorführung von getunten „Hot Saw“-Motorsägen. Außerdem hat sich auch ein Puch- Oldtimer-Motorradclub mit 28 Fahrzeugen angesagt. „Die wollen wir auch ins Programm integrieren“, so Fürnsinn.