Alexandra Meixner: "Umdrehen wär‘ jetzt blöd“. Alexandra Meixner feierte am Montag Halbzeit. Fit, aber müde der 3.000km-Marke entgegen.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 21. Juni 2017 (06:00)
Alexandra Meixer dick eingepackt mitten in den kalten Rocky Mountains.
privat

„Zumindest ein kleines Schild oder so hätte ich mir schon erwartet, irgendwas, damit man erkennt, dass man jetzt am Halfwaypoint ist“, scherzte Alexandra Meixner. Ja, die gute Laune ist der Harmanschlagerin auch beim Race Across America nach mittlerweile einer Woche oder über 2.400km nonstopradeln quer durch die USA noch nicht vergangen.

Im Gegenteil. „Jetzt fängt‘s an, mir richtig Spaß zu machen. Und umdrehen wär‘ jetzt ja auch blöd“, sagte sie bei der kleinen Pause, die RAAM-Halbzeit mit ihrer Crew und einem Freudentänzchen ein bisschen zu feiern.

„Jetzt fängt’s an, mir Spaß zu machen.“ Xandi Meixner nach 2.400km

Lange nahm sie sich dafür aber nicht Zeit. Nach wenigen Augenblicken und einem Küsschen für ihren Walter Wegschaider ging‘s auch schon wieder aufs Rad und weiter in die weite Prärie von Kansas. „Die endlosen Geraden rauben Xandi ordentlich viel Kraft“, berichtet Wegschaider. Auch der Schlafmangel macht sich mehr nach einer Woche mehr und mehr bemerkbar.

Große Freude nach Erreichen des Halfwaypoints in Kansas. Da gab‘s dann auch ein Küsschen für ihren Walter.
privat

Das bedeutet zusätzliche Arbeit für die Crew, denn die muss Meixner am Rad bei Laune halten, motivieren und anfeuern. Um das zu tun, las das Team ihr auch einige Facebook-Kommentare ihrer Fans vor. „Das hat mir wirklich neue Kraft gegeben. Die Müdigkeit macht mir zu schaffen. Körperlich geht‘s mir aber sehr gut“, richtete sie ihren Fans via Video-Botschaft aus.

Da hatte Xandi schon die Rocky Mountains überquert. Den höchsten Punkt, den Wolf Creek Pass auf 3.309 Metern Seehöhe, erreichte sie am Sonntag. Die extreme Kälte durch Colorado und die Rockies gepaart mit der kontinuierlichen Steigung machten Meixner zu schaffen.

Auf Platz zwei St. Louis entgegen

„Heute morgen war‘s hart für Xandi“, berichtete Wegschaider am Sonntag. „Sie hatte auch Probleme mit der Lunge.“ Letzten Endes ging aber alles gut aus – und nach dem Wolf Creek Pass ging‘s wieder bergab. „Die Rocky Mountains waren sehr nett“, grinste sie in die Kamera.

Dienstagmittag hatte Meixner 1.741 Meilen (mehr als 2.800 km) heruntergespult. Mitten in Kansas lag sie auf dem zweiten Platz in der Frauenwertung, 300km hinter der Amerikanerin Sarah Cooper und 225km vor der Britin Penny Barker.

„Xandi fährt in einem konstanten Flow“, analysierte Sportmediziner Helmuth Ocenasek, der mit im Pacecar sitzt und Meixner weiterhin den Sieg zutraut. „Die Plätze werden ab St. Louis bezogen.“ Bis dahin waren‘s Dienstagmittag noch rund 500 Meilen. Dann geht‘s auch wieder in kurvigeres und hügeligeres Terrain.