Strasser lotete die Grenzen aus. Christoph Strasser pulverisierte seinen Rekord aus dem Vorjahr. Auch sonst war‘s ein gelungenes drittes RAN.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 12. Mai 2021 (03:12)

Sonnenschein, Wolken, Regen, Sturm und sogar Graupelschauer – der 7. Mai zeigte sich in Weitra von seiner april-lastigeren Seite, bot für die 180 Starter beim Race Around Niederösterreich viel witterungsbedingte Abwechslung. „Da war wieder alles dabei“, musste auch RAN-Organisator Christian Troll schmunzeln. „Glücklicherweise haben wir alles gut über die Bühne gebracht.“ Generell fällt das Resümee des RAN-Teams nach der dritten Auflage sehr positiv aus. „Die Fahrer waren glücklich, aus unserer Sicht hat auch alles perfekt geklappt. Großartig!“, unterstrich Troll.

Keine Zuschauer, klares Rennen. Nur dass neuerlich covidbedingt keine Zuschauer zugelassen waren, trübte etwas die gute Stimmung. Immerhin ging das Spektakel mitten in der Braustadt dann doch nicht unbemerkt über die Bühne, blieben einige Passanten stehen, beobachteten das Geschehen mit Abstand. Die große Euphorie, mit der die Fahrer bei der RAN-Premiere bejubelt wurden, fehlte aber wieder.

Dass Christoph Strasser seinen Vorjahressieg beim 600km-Rennen wiederholen würde, daran zweifelte beim Start am Freitag keiner. Zumal auch unsicher war, wie gut Philipp Kaider nach einer Corona-Erkrankung im November schon wieder drauf ist. „Im Jänner hatte ich echt Angst, dass ich nicht mehr mein altes Leistungslevel erreiche“, schildert der Wolkersdorfer (35), für den es aber gut lief. Er wurde in 18:15 Stunden Zweiter.

Das Podest komplettierte der Deutsche Robert Müller, der sich nach dem Siegeskampf mit Strasser im Vorjahr heuer aus Positionskämpfen raushielt, sein Tempo fuhr – und damit als Dritter gut durchkam. 18:36h.

Streckenrekord wieder pulverisiert. An vorderster Front war gegen den Strasser-Express kein Kraut gewachsen. Der hatte schon in Alt-Nagelberg zum zwei Minuten vor ihm ins Rennen gegangenen Müller aufgeschlossen, kämpfte sich souverän durchs gesamte Feld und kam am Samstag kurz nach Mittag als Erster wieder in Weitra an. Nochmal um 35 Minuten schneller als im Vorjahr. Der Streckenrekord liegt jetzt bei 16:55 Stunden.

„Manchmal verstehe ich selbst nicht ganz, wie das bei mir alles klappt“, schrieb Strasser in seiner Nachbetrachtung. „NP 274 Watt über 16:55 Stunden, ohne grobe Krise oder Einbrüche, und das bei feucht-frostigem Wetter.“ Troll schwärmte: „Er ist eine Maschine. Unglaublich, was der leistet! Er meinte diesmal aber selbst, dass in puncto Zeit jetzt dann kaum mehr etwas drin ist.“

Waldviertler wieder stark. Strassers 16:55 wurden heuer übrigens in keiner Kategorie unterboten – auch nicht bei den Zweierteams, wo zwar wieder das Team „CLR Sauwald Cofain 699“ siegte, mit 17:05 auch noch schneller als im Vorjahr war, aber diesmal hinter dem Steirer blieb.

Stark drauf waren auch wieder die Waldviertler. Bei den Einzelfahrern finishte Werner Zwölfer (LT Gmünd) in 23:56 auf Rang 21. Zudem waren einige heimischen Fahrer bei den Teams vertreten. Das Trio Jan-Stefan Hofmann, Roman Wunsch und Anita Stocklasser („Auch Namenlos Grandios“) holten in 21:34 den zweiten Mixed-Rang. Stark auch das „Chili Fitness Team“ um Jürgen Hobiger, Stefan Ruzicka und Rene Allram – in 21:27h auf Rang neun.

Roch fuhr alleine zum Rekord. Bei den Frauen fuhr die in Tirol lebende Hollabrunnerin Elena Roch ein einsames Rennen, nachdem ihre einzigen Konkurrentinnen Sabine Kornelson und Gerhild Maier ausfielen. Den sicheren Sieg untermauerte sie aber mit der Verbesserung ihres eigenen Streckenrekords aus dem Vorjahr um weitere 18min – 22:18h. Dabei hätte sie in der zweiten Rennhälfte fast auch w.o. gegeben. „Von Wastl am Wald bis nach dem Yspertal war mir so schlecht, dass ich dachte, nicht mehr weiterfahren zu können. Mein Team hat mich aber mit Cola und Tee wieder aufgepäppelt“, erzählt sie. Die 22-Stunden-Grenze verpasst zu haben, wurmt sie etwas. „Das ist Motivation für 2022.“

Neuerungen für 2022. Die Planungen für nächstes Jahr sind schon im Laufen. Fix ist, dass das RAN nach hinten wandert, am 27. und 28. Mai über die Bühne gehen wird. „Da wird es vom Wetter her stabiler sein“, hofft Troll. „Außerdem haben die Fahrer so mehr Gelegenheit, draußen Kilometer zu sammeln.“

Weitere Highlights für 2022? Die Zweierteam-Staatsmeisterschaft soll beim RAN stattfinden, das zudem Qualirennen für das Race Across America werden soll. „Die Bewerbungen laufen noch“, sagt Troll. „Jetzt hoffen wir, dass nächstes Jahr endlich wieder Zuschauer dabei sein dürfen. Das ist heuer und voriges Jahr wirklich abgegangen.“