Fegerl: Kein Wehmut nach Olympia-Aus. Lospech zerstörte Stefan Fegerls Olympia-Traum früh – das Aus für das Tischtennis-Ass aus Unterlembach (Gemeinde Großdietmanns, Bezirk Gmünd) kam in Runde eins. Jetzt wechselt er ins ÖTTV-Präsidium.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 27. Juli 2021 (13:58)
Tischtennis - Fegerls Traum von der Olympia-Medaille zerplatzte
Sofia Polcanova und Stefan Fegerl lieferten den Japanern Jun Mizutani und Mima Ito im Tokyo Metropolitan Museum einen heißen Kampf. Am Ende war gegen die späteren Olympiasieger aber nichts auszurichten. Foto: APA/Georg Hochmuth
APA/Georg Hochmuth

Der letzte große Höhepunkt seiner erfolgreichen Karriere wurde für Stefan Fegerl bei den Olympischen Spielen in Tokio zum kurzen Vergnügen. Schon in der ersten Runde mussten sich der Unterlembacher und Mixed-Partnerin Sofia Polcanova den favorisierten Japanern Jan Mizutani und Mima Ito geschlagen geben – die sich am Montag Olympia-Gold umhängten.

Hadern mit der Auslosung

Die Enttäuschung schmälerte es aber nicht, gegen die späteren Olympiasieger ausgeschieden zu sein. „Das lässt mich eher noch mehr mit der Auslosung hadern…“, seufzte Stefan Fegerl im NÖN-Gespräch – bereits wieder auf heimischem Boden.

In der Tat hat die bereits Auslosung am Mittwoch die Medaillenträume des ÖTTV-Duos in weite Ferne rutschen lassen. „Im Turnier-Raster wären fünf bis sechs Paare gewesen, gegen die wir gewinnen hätten können. Dass wir gleich in der ersten Runde die Japaner zugelost bekommen, war wirklich Pech“, sagt Fegerl – betont aber auch, mit seinem letzten Olympia-Auftritt nicht unzufrieden zu sein.

Überraschung lag in der Luft

„Sofia und ich haben wirklich gutes Tischtennis gespielt, hätten mit einem Sieg im dritten Satz in Führung gehen können. Dann wäre vielleicht etwas möglich gewesen“, analysiert er. „Allerdings muss man auch zugeben, dass die Japaner einfach spielerisch besser waren als wir.“

Den ersten Satz holten sich Mizutani/Ito souverän mit 11:5, dann drehten Polcanova/Fegerl auf, enteilten auf 9:4 im zweiten Satz, brachten ihn schließlich mit 11:8 ins Trockene. Dann im dritten Satz führte das ÖTTV-Duo auch schon 3:0, schienen das Match im Griff zu haben.

„Da waren die Japaner wirklich ratlos, Fegerl/Polcanova auf dem Weg zur Überraschung“, meinte auch ÖTTV-Sportdirektor Karl Jindrak. Ein 4:9 wandelten sie wieder in ein 8:9. Dann setzten sich aber doch Mizutani/Ito 11:9 durch, machten mit der 2:1-Führung im Rücken in den Sätzen vier und fünf kurzen Prozess.

Olympiatraum schnell ausgeträumt

Damit war klar, dass Österreichs Parade-Mixed EM-Silber 2018 keine weitere Medaille mehr folgen lässt. Während Sofia Polcanova im Einzel weiter spielt, endete für Stefan Fegerl Olympia Tokio 2020 nach nur einem Tag.

Fegerl: „Wir waren gut drauf, hatten keine Probleme mit unseren Verletzungen, waren bei 100 Prozent. Mit etwas mehr Glück bei der Auslosung…“

Zwei Spiele im Gegensatz

Es waren die zweiten Olympischen Spiele für den 32-Jährigen, nach Rio 2016. Vergleichen könne man die beiden Großevents nur bedingt.

„Natürlich ist es aus sportlicher Sicht immer ein Wahnsinn, bei Olympia dabei sein zu können. Aber ohne Zuschauer, wo Japan eine Tischtennishochburg ist… Da wäre es sicher ordentlich rundgegangen. Ohne dem Drumherum, ohne ein bisschen Sightseeing, da macht das natürlich einen Riesenunterschied“, schildert er. „Nichtsdestoweniger waren wir Sportler natürlich überglücklich, qualifiziert zu sein und dass die Spiele durchgeführt wurden.“

Montags erstmals ohne Training

Tokio verließ der Unterlembacher am Sonntag mit einem guten Gefühl. Ohne Wehmut. „Ich habe gewusst, dass der Tag X kommt, konnte mich gut darauf vorbereiten. Jetzt beginnt ein neuer Lebensabschnitt.“

Mit 1. August wechselt Fegerl in die Funktionärsebene, wird wie berichtet neuer ÖTTV-Vizepräsident Sport:

Das Training konnte er bereits ab Montag bleiben lassen. Wie das war? „Schon eigenartig, nach so langer Zeit einfach nicht mehr trainieren zu müssen“, schmunzelt er. „Aber lange werde ich den Tischtennis-Hallen nicht fernbleiben, will auch als Funktionär oft dort sein.“