Stefan Fegerl: "Therapie spricht gut an". Stefan Fegerls Nervenleiden nach ersten Wochen der Therapie am Weg der Besserung – Olympia wieder in Blickweite.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 14. April 2021 (01:53)
Österreichs Parade-Mixed-Doppel, Sofia Polcanova und der Unterlembacher Stefan Fegerl, wurden im Vorjahr zum Team des Jahres gewählt. Gerade kämpfen sich beide von Verletzungen zurück, um bei Olympia wieder an der Platte stehen zu können.
Höfinger

Die Zeit ist derzeit knapp bemessen bei Stefan Fegerl. Der Ost-Lockdown beschert ihm mit seiner Jungfamilie mit Li Qiangbing einige zusätzliche Aufgaben, besonders bei der Betreuung seiner beiden Burschen. Dazu kommen für Fegerl selbst regelmäßige Einheiten beim Physiotherapeuten, um Muskeln und Sehnen entspannt zu halten. Und Training steht auch täglich am Programm.

„Die Intensität habe ich aber etwas runtergefahren, mache alles mit Maß und Ziel. Nicht dass ich gleich wieder einen Rückfall bekomme“, erzählt Fegerl, der wie berichtet seit einigen Wochen wegen einem Nervenleiden am Unterarm seiner linken Schlaghand eine Verletzungspause einlegt, deshalb auch den deutschen Klub Bergneustadt verließ. „Dafür gehe ich vermehrt laufen, mache Fitnessübungen, damit ich bereit bin, wenn ich wieder voll spielen kann.“

„Aktuell überlegen wir, ob wir die EM in Warschau als Generalprobe für Olympia spielen. Ich bin aber skeptisch, ob das Turnier wirklich so knapp vor Olympia stattfinden kann.“ Stefan Fegerl bangt um seine Generalprobe mit Sofia Polcanova fürs Mixed-Doppel

Wie lange das noch dauert, das lässt sich zurzeit noch nicht abschätzen. Der Unterlembacher ist aber positiv gestimmt, dass er für die Olympischen Spiele in Tokio ab Ende Juli wieder fit ist. „Bis dahin sind drei Monate Zeit, wenn die Entwicklung so weiter geht, bin ich optimistisch“, sagt er.

Seit einem Arzttermin vor zwei Wochen, bei dem er auch eine Cortison-Spritze in den lädierten Nerv bekommen hat, geht es bergauf. „Es wird tendenziell besser, das habe ich schnell gemerkt. Wir überlegen gerade, ob ich mir noch eine zweite Spritze geben lasse. Nachdem es beim ersten Mal so gut angeschlagen hat, meint der Arzt, dass es gut funktionieren würde“, schildert Fegerl. Eine Operation schließt er mittlerweile aufgrund möglicher Komplikationen aus.

Neues Material brachte weitere Entlastung

Eine weitere Verbesserung brachte ein Materialwechsel. „Ich spiele jetzt wieder leichtere Beläge, damit kann ich Handgelenk und Finger schonen“, schildert Fegerl, der eigentlich erst im vorigen Herbst auf neue Beläge gewechselt war. „Ich bin damit super zurecht gekommen. Dass ich im Herbst so gut gespielt habe, lag auch an diesen Belägen. Aber sie sind halt etwas schwerer. Und im Tischtennis merkst du jedes Gramm. Daher wollte ich jetzt wieder meine alten Beläge probieren. Damit habe ich sofort, vom ersten Tag an eine Verbesserung in der Hand gemerkt. Auf normal fehlt mir zwar schon noch etwas, aber das Gefühl hat sich sehr stark verbessert.“

Der Belagwechsel im Herbst habe aber vordergründig nichts mit dem Ausbruch des Nervenleidens zu tun, betont Fegerl: „Ich habe schon einige Zeit gespürt, dass da etwas im Anmarsch ist, lange vor dem Belagwechsel. Die neuen Beläge haben die Entwicklung dann natürlich beschleunigt, aber nicht ausgelöst!“

Olympia-Generalprobe bei EM?

Der Zeitplan in Richtung Olympia scheint also zu halten. Auch Fegerls Mixed-Doppel-Partnerin Sofia Polcanova macht gute Fortschritte nach ihrer Knie-OP, will ab Mitte Mai wieder an der Platte stehen. „Dann werden wir schauen, ob wir vielleicht bei der EM in Warschau eine Generalprobe wagen“, sagt Fegerl, zweifelt aber derzeit noch daran, ob die Europameisterschaft auch wirklich Ende Juni stattfinden wird können.

„Das ist zeitlich sehr kurzfristig vor Olympia. Dort würden in der Halle 300, 400 Leute zusammenkommen. Das Risiko ist schon hoch“, überlegt er. „Wenn du dort positiv wirst, geht sich Olympia nur mehr schwer aus. Du hast dann wahrscheinlich 10, 14 Tage ohne Training, solltest aber eigentlich schon nach Japan fliegen, um den Jetlag rechtzeitig zu bewältigen, mit den letzten Turniervorbereitungen zu beginnen. Ich bin skeptisch, ob die EM wirklich noch vor Olympia durchgezogen wird…“