MSC Seitenetten: Aus dem Nichts zum Aushängeschild. Raimund Angerer, Gründer des MSC Seitenstetten, war als Obmann 39 Jahre lang als ruhelose Triebfeder der Impulsgeber.

Von Anton Kovacs. Erstellt am 06. November 2018 (02:51)
Anton Kovacs
Mostviertler Motocross-Guru. Raimund Angerer, Gründer des MSC Seitenetten.

1979 wollte Raimund Angerer dem damals in Seitenstetten in Sachen Motocross agierenden SV Holler beitreten. Nachdem ihm die Vereinsführung die Mitgliedschaft verweigerte, wurde er selbst aktiv, fand in Franz Sindhofer, Alois Michelbauer und Franz Sandhofer drei Crosssport-Begeisterte, die den Grundstein des MSC Seitenstetten legten. 1980 halfen sie bei der letzten Holler-Veranstaltung noch mit und bekamen dafür das vorhandene Material des Vereines.

Eine Kettenreaktion setzte ein. Die alle untereinander verwandten Familien Angerer, Dieminger und Palmsteiner waren plötzlich vom Motocross infiziert. Der Grund war der ab sofort mögliche Treffpunkt auf dem Roseneder Gelände, um in den Sport einzusteigen, zu trainieren, Rennen nicht nur auswärts zu fahren, sondern sie auch vor der heimischen Kulisse austragen zu können.

„Wir begannen bei null, hatten kein Barvermögen“

Erfolge blieben nicht aus. Erwin Palmsteiner lieferte die erste Sensation. Er wurde Staatsmeister in der 50 ccm- Klasse. „Wir freuten uns, dass daheim endlich etwas los war“, erinnert sich Angerer.

Als Roseneder 1988 den Grund nicht mehr zur Verfügung stellte, übersiedelte der MSC in die Treffling und damit stieg die Erfolgskurve von Jahr zu Jahr an.

„Wir begannen bei null, hatten kein Barvermögen und mussten für attraktive Rennen sorgen, um das Interesse der Zuseher zu wecken.“ Der Auner-Cup, der qualitativ und quantitativ stark besetzt war, wurde zum festen Bestandteil.

In der Treffling war 2003 Schluss. Die Absprache mit den Grundstückseigentümern, um die Mostviertel Arena aus der Taufe heben zu können, verlief problemlos, die Trainingszeiten und das Veranstaltungswochenende wurden fixiert. Die Mitgliederzahl war unterdessen auf 200 angestiegen.

Die Erfolgskurve zeigte von dem Zeitpunkt an immer nach oben. Die Meisterschaft etablierte sich nach Terminverschiebungen wieder in der Arena.

Der MSC ist auch um die Kinder sehr bemüht. Der Kindertag in der Arena sorgt genauso für ein familiäres Treffe, wie die Krampus Auffahrt.

„Wir haben in Österreich einen guten Namen. Es ist schwierig, diesen Standard zu halten. Die Maschinen werden immer schneller, die Sicherheit muss sich daran anpassen, bei der Veranstaltung soll das Wetter mitspielen. Heuer sorgte nach den starken Regenfällen das Abdecken der Strecke für optimale Bedingungen. Die Zahl der kurzfristig geholten Helfer konnte sich sehen lassen. Der Zusammenhalt ist einer unserer großen Stärken. Eine bessere Basis für die Weiterführung des Vereines gibt es nicht. Es ist schwer, allen immer alles recht zu machen. Es muss den Mitgliedern auch bewusst gemacht werden, dass nicht alles selbstverständlich ist. Ich bin guter Dinge, dass die Nachfolger den jetzigen Standard halten werden“, erklärt Angerer.