Die Tour der Frauen. Die Waidhofnerin Sarah Rijkes eroberte beim Giro Rosa Platz zehn in der U25-Kategorie.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 21. Juli 2014 (11:01)
NOEN, Anton Vos
An die Grenzen gegangen. Die Waidhofnerin Sarah Rijkes war beim Giro Rosa in Italien am Start. Bei der wichtigsten Landesrundfahrt der Frauen belegte sie Rang zehn in der U25-Wertung. Foto: Anton Vos
Was für die Männer die Tour de France ist für die Damen der Giro Rosa: die größte und wichtigste Landesrundfahrt im Jahr. Der Klassiker führt über neun Etappen von Neapel über die Adriaküste vorbei an Cesenatico bis hinauf zur Schweizer Grenze am Comosee. Gesamtdistanz inklusive Prolog: 953 Kilometer.

Überraschend schnell zurück im Wettkampfgeschehen

Mit der Waidhofnerin Sarah Rijkes stand in Italien auch eine Mostviertlerin am Start. Und das nur knapp ein Jahr nach ihrem folgenschweren Unfall in China, der sie mit schweren Verletzungen auf den OP-Tisch befördert hatte. Rijkes kehrte überraschend schnell zurück ins Wettkampfgeschehen und bekam die Chance auf einen Platz in einem Profiteam (Lotto Belisol Ladies).

Teamwork lautete für Rijkes dann auch die Devise beim Giro. Drei der neun Etappen endeten mit einer Bergankunft, wobei Anstiege von acht bis 13 Kilometern und mehr als 1.000 Höhenmeter am Stück zu absolvieren waren.

Diese drei Bergankünfte entschied Emma Pooley, Zeitfahrweltmeisterin im Jahr 2010 und Teamkollegin von Sarah Rijkes, für sich. Die Britin sicherte sich auch das Bergtrikot. Um das zu realisieren, war das gesamte Lotto Belisol-Team gefordert.

Wichtige Unterstützung für die Teamkollegin

Es galt, Pooley aus den größten Schwierigkeiten herauszuhalten, vor dem Berg in Position zu fahren und in Ausreißergruppen vertreten zu sein. „Das waren Aufgaben, die zwar sehr viel Kraft kosten, durch die Siege der Teamkollegin aber alle Schmerzen wert sind“, schilderte die 23-Jährige nach ihrer Heimkehr ins Ybbstal.

Zu Beginn der Etappen wurde immer kräftig aufs Tempo gedrückt. Ein Schnitt von 48 km/h in der ersten Stunde war keine Seltenheit. „Das waren zehn Tage, die mir körperlich sehr viel abverlangt haben, in denen ich aber auch sehr viel Erfahrung sammeln konnte“, zog Rijkes trotz der Strapazen eine positive Bilanz. In der U25-Wertung belegte die Waidhofnerin in Endklassement Rang zehn.


Zur Person:

Name: Sarah Rijkes

Geburtsdatum: 2. April 1991

Wohnort: Waidhofen/Ybbs

Team: Lotto Belisol Ladies (zuvor Arbö Löffler Ladies Team in Waidhofen)

im Radsport aktiv: seit 2006

Der Leidensweg:
Im Mai 2013 stürzte Rijkes mit 50 km/h bei einem Rennen in Shanghai. Die Diagnose im Waidhofner Spital: Gehirnerschütterung, Abschürfungen, Prellungen des Brustkorbes, gebrochener und eingedrückter Schienbeinkopf, ausgerissener Außenmeniskus und gerissenes vorderes Kreuzband.

Zwei Monate später, am 8. Juli 2013, saß Rijkes erstmals wieder am Rad. Ein Jahr später stand sie nun bei der wichtigsten Rundfahrt der Frauen am Start.