Stefan Wimmer räumte ab. Der Lokalmatador kürte sich in Wallsee zum dreifachen Europameister und stand als Draufgabe erstmals im Slalom am Podest. Zweimal Bronze für Junior Reitbauer.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 11. August 2014 (09:05)
Das Maß aller Dinge. Stefan Wimmer gewann Gold im Figurenlauf und Springen. Beim Slalom stand er als Dritter erstmals am EM-Podest. Foto: Vogl
NOEN, Ingrid Vogl
Der Donau-Altarm ist sein Revier. Das stellte Stefan Wimmer bei der Europameisterschaft in Wallsee letzte Woche eindrücklich unter Beweis. Der Lokalmatador war das Maß aller Dinge und beendete das Großevent mit drei Goldmedaillen und einmal Bronze.

In den Spezialdisziplinen eine Klasse für sich

Seine schlechteste Platzierung, nämlich Platz drei, fuhr Wimmer im Slalom heraus. Diese war aber dennoch eine Premiere, denn im Slalom stand er bei einem Großereignis noch nie am Podest. Diesmal schaffte er es mit neuer persönlicher Bestleistung.

In seinen Spezialdisziplinen, Figurenlauf und Springen, war Wimmer eine Klasse für sich. Obwohl er bei den Figuren seine Rekordmarke nicht anpeilte, war ihm der Sieg nicht zu nehmen. Ebenso im Springen, wo die Weite aus dem Vorkampf für das Endklassement herangezogen werden musste.

Zu starker Wind verhinderte am Samstag die Austragung des Sprungfinales. Zwei erste und ein dritter Platz brachten Stefan Wimmer auch den Sieg in der Gesamtwertung ein. „Er hat voll zugeschlagen. Dass er trotz Doppelbelastung mit der Organisation das abgerufen hat, ist echt gewaltig und übertrifft alles, was ich mir vorgestellt habe“, freute sich Georg Wimmer über die Erfolge seines Sohnes, der mit diesen Leistungen Platz sechs in der Weltrangliste festigte.

Nach Verletzungspause guter Fünfter im Slalom

Mit Georg Wimmer jun. war auch der ältere der Wimmer-Brüder am Start. Nach überstandener Knieverletzung nahm er nur den Slalom in Angriff, schlug sich trotz Trainingsrückstandes ausgezeichnet und qualifizierte sich als Vorlaufzweiter für das Finale. Das verlief dann nicht mehr ganz wunschgemäß.

„Den Rückwärts-Lauf hab ich verhaut, da bin ich nicht in den Rhythmus gekommen“, war Wimmer im ersten Moment doch etwas zerknirscht, wusste das Ergebnis wenig später aber richtig einzuordnen: „Ich war so lange verletzt, da ist Platz fünf doch recht gut.“

Grandiose EM-Premiere von Peter Reitbauer

Der dritte Lokalmatador bei den Erwachsenen war Christian Marschalek, der im Slalom im Mittelfeld landete. Über sich hinausgewachsen ist hingegen Junior Peter Reitbauer, der bei seiner ersten Europameisterschaft zweimal am Podest stand. Im Slalom und im Figurenlauf sicherte er sich jeweils Bronze. „Er ist ein absolutes Talent. Mit einer Medaille haben wir aber nicht gerechnet“, gab Georg Wimmer zu, der dem Youngster Platzierungen in den Top fünf zugetraut hätte.

„Das war ein Wahnsinns-Event und ist von allen Nationen gelobt worden“, war Organisator Georg Wimmer zufrieden mit der EM. Und man will mehr. „Wallsee ist ein Begriff in der Barfuß-Welt. Vielleicht kriegen wir 2018 die WM“, wagt Wimmer einen Blick in die Zukunft.

Einen Schritt in die weite Welt setzt jedenfalls sein Sohn im September. Stefan Wimmer geht für ein Jahr in die USA, wo er im World Barefoot Center von Weltmeister David Small arbeiten und an seiner Karriere basteln wird. „Er will unter die Top drei der Welt“, weiß Vater Georg Wimmer.