Sportlerwahl: Meisterschützin und Motocrosser jubelten. Trap-Rückkehrerin Petra Schneider vom JSC Hollabrunn und der Obritzer Bleifuß Kevin Schneeweis siegten.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 03. März 2021 (00:35)
So sehen Sieger aus. Schützin Petra Schneider freute sich über die Goldplankette bei den Damen genauso...
Peter Sonnenberg

Die Sieger der NÖN-Sportlerwahl 2020 im Bezirk Hollabrunn stehen fest: Bei den Damen eroberte Petra Schneider mit 7.382 Stimmen Platz eins, bei den Herren setzte sich Kevin Schneeweis mit ebenfalls knapp über 7.000 Stimmen durch.

„Ich war ganz verblüfft, wer sich aller bei mir gemeldet hat, ob er für mich abstimmen soll“, erinnert sich die 46-jährige Trap-Schützin des JSC Hollabrunn. Damit ist sie bereits die Dritte in der Familie Schneider mit einer Goldplakette – nach ihren Söhnen Benjamin und Florian in den letzten vier Jahren. Wie immer rührte dabei Ehemann Herwig, Obmann des JSC, wieder kräftig die Werbetrommel, nicht nur im Verein, sondern auch im Verband. „Unsere Mitglieder haben wieder fleißig abgestimmt, darauf kann ich mich verlassen“, schmunzelt Herwig Schneider.

Perfekte Rückkehr nach 20 Jahren Pause

Der Sieg seiner Gattin ist hochverdient: Nach mehr als 20 (!) Jahren Abwesenheit von Wettkämpfen bekam Petra Schneider ihre Wirbelsäulenprobleme 2020 endlich so weit in Griff, dass Wettkampfschießen wieder möglich war. Und wie: Zwei Landesmeistertitel, ein zweiter Platz bei den NÖ-Titelkämpfen und schließlich noch der österreichische Vizemeistertitel waren der Lohn für ihre Bemühungen. Für heuer ist sie weiter topmotiviert, wird allerdings mit einer neuen Flinte an den Start gehen, weshalb Abstimmungsprobleme zu erwarten sind. „Im Normalfall sagt man, dass es ca. ein Jahr dauert, bis du ein Gewehr im Griff hast“, erklärt sie. Dennoch sind Titel und Medaillen ein großes Ziel, vor allem im Mixed-Skeetbewerb, wo sie mit Sohn Benjamin an den Start gehen wird. Denn eines ist in Hollabrunn gewiss, die Erfolge der Schützen führen nur über die Familie Schneider ...

... wie Motocross Top-Talent Kevin Schneeweis aus Obritz bei den Herren. 
Peter Sonnenberg

Bei den Herren endete die Wahl für Schneeweis so, wie sie begann: Er bekam davon nichts mit. Der 16-Jährige erinnert sich schmunzelnd zurück: „Ich habe es erst ein paar Tage nach meiner Nominierung von meiner Mutter erfahren, als sie mich in der NÖN entdeckte. Und nach dem Ende habe ich auch nicht gleich gecheckt, dass ich gewonnen habe. Aber damit kann ich gut leben, wenn ich jedes Mal gewinne (lacht).“

Stichwort Erfolg: Diesen hatte das Obritzer Motocross-TopTalent im Vorjahr: Bei den österreichischen Motocross-Meisterschaften feierte der HTL-Schüler und Fahrer des MSC Imbach den Sieg in der Juniorengesamtwertung im Auner 125ccm Zwei-Takt Cup der 13- bis 17-Jährigen. Und war damit im Feld der Erwachsenen Dritter.

Schneeweis bekam Respekt der Älteren

So soll es 2021 weitergehen, auch wenn die Vorzeichen nicht gut stehen. Das obligatorische Trainingslager in den Semesterferien in Italien musste coronabedingt abgesagt werden, im Sattel seiner KTM-Rennmaschine saß er ebenfalls schon monatelang nicht mehr. „Ich kann es kaum erwarten, mein Gasfuß juckt schon (lacht).“ Im Laufe dieser Woche soll es aber so weit sein und Schneeweis wieder seine ersten Runden auf einer Motocross-Strecke drehen.

Was dieses Jahr angeht, hat Schneeweis zwei Ziele: Zum einen um den Sieg bei den österreichischen Meisterschaften und im Auner-Cup in der 125ccm-Klasse mitfahren und zum anderen sich langsam an die nächsthöhere Klasse, die 250ccm, gewöhnen. Denn auch dort wird er am Start sein, wenngleich das Feld der Fahrer und Niveau höher sind. Oder wie es sein Vater Gerhard formuliert: „Welpenschutz gibt es dort keinen.“ Den hat sein Sohn nicht notwendig, hat er sich zuletzt sowohl bei in- als auch ausländischen Fahrern gehörig Respekt erarbeitet.