„Super-GAU“ für Hollabrunn. Mit der österreichweiten Saisonabsage aller Handballigen platzten auch die UHC-Träume vom Aufstieg.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 02. April 2020 (11:05)
Simperler

Gestern gab Österreichische Handballbund aufgrund der Corona-Virus Krise den Abbruch sämtlicher ÖHB-Bewerbe des Spieljahres 2019/2020 bekannt. Damit einhergehend wird es keine Meister, keine Cupsieger, sowie keine Ab- bzw. Aufsteiger geben. Für die Weinviertler Top-Vereine mit unterschiedlichen Auswirkungen:

Am Schlimmsten erwischte es die Bundesligaherren des UHC Hollabrunn. Als Erster im oberen Play-off auf Kurs in Richtung HLA-Aufstieg, muss man zumindest noch ein weiteres Jahr in Österreichs zweithöchster Spielklasse bleiben. Doppelt bitter: nächste Saison wird die neue Spielgemeinschaft Bruck und Trofaiach erstmals an den Start gehen und Topfavorit auf den Aufstieg sein.

Hollabrunn wie Liverpool

UHC-Manager Gerhard Gedinger ist verzweifelt: „Für uns ist diese Entscheidung der absolute Super-GAU. Klar gibt es im Moment wichtigere Dinge im Leben als Handball, aber frag mich jetzt nicht, wie es in mir drinnen aussieht.“ Auf Nachfrage, was das konkret für die Spielzeit 2020/21 bedeutet mein Gedinger: „Das weiß ich noch nicht, da hängt jetzt viel in der Luft. Ein Kollege hat zu mir gemeint: Euch geht es wie dem FC Liverpool, endlich bereit für den großen Wurf und dann so etwas.“

Weniger dramatisch die Situation bei den WHA-Damen des UHC Müllner Bau Stockerau, Bundesligadamen der Union APG Korneuburg und Bundesligaherren der Union Sparkasse Korneuburg. Bei Ersteren ist es laut Wolfgang Kaindl, dem sportlichen Leiter, egal, ob man als Dritter, Vierter oder Fünfter die Saison beendet hätte.

WHA-Rückkehr erst frühestens 2021

In der Bezirkshauptstadt sieht man die Lage ebenfalls entspannt: die Bundesligaherren hatten den Klassenerhalt ohnehin schon in der Tasche gehabt und hätten in den letzten Runden nur mehr bessere Testspiele zu absolvieren gehabt. „Wir bereiten uns ganz normal auf den Herbst vor“, nahm es Sektionsleiter Matthias Keusch locker. Auch sein Pendant bei den Bundesligadamen, Gerald Pojmann, reagierte ähnlich, wenngleich das Projekt WHA-Rückkehr um ein Jahr verschoben werden muss.