Hollabrunn

Erstellt am 13. Juni 2018, 02:38

von Peter Sonnenberg

Starker EM-Auftritt von Philip Stenzel. Philip Stenzel (21) vom WRT Hollabrunn bewies beim Autocross-Europameisterschaftslauf im lettischen Bauska, dass er ein Top-Talent ist – trotz Kolleg-Stress.

Zwei Weinviertler in Lettland: WRT-Obmann DanielFischer (l.) und Philip Stenzel.  |  WRT Hollabrunn

Eine weitere Talentprobe seines Könnens gab Philip Stenzel vom WRT Hollabrunn ab: Er nahm erfolgreich am zweiten Lauf zur FIA Autocross Europameisterschaft in Bauska in der Nähe von Riga (Lettland) teil.

Ohne Druck ein tolles Rennen gefahren

Dabei war die 17-stündige Anreise mit dem LKW kräfte zehrend. Gut, dass tags darauf nur die Streckenbesichtigung auf dem Programm stand. Am ersten Wettkampftag seiner Klasse Buggy Allrad 1600 ccm lief es bei den Zeittrainings nicht ganz nach Wunsch, „nur“ Platz 19 von 32 Teilnehmern.

Das sollte sich aber rasch ändern: Zwei seiner drei Vor läufe gewann der Hollabrunner, im dritten gab es Platz zwei. Damit war für Stenzel der Einzug ins Semifinale und die erste Startreihe fix. Im Semifinale starteten dann nur mehr die besten 20 Autocrossler, die in zwei Gruppen aufgeteilt waren. „Ohne großen Druck, da ich mein Ziel schon erreicht hatte, fuhr ich ein tolles Rennen“, war der 21-Jährige stolz. Der Lohn: Platz zwei und das große Finale. „Dann kam doch ein wenig Nervosität auf (lacht).“

Beim Start kam er wieder gut von der Stelle, fuhr überlegt in die erste Kurve, um nicht in einen Unfall verwickelt zu werden, und kam an dritter Position unmittelbar hinter dem Zweitplatzierten aus der Kurve. Das Spitzentrio konnte sich vom Rest des Feldes etwas absetzen – Stenzel kämpfte dabei gut mit.

In Runde vier passierte dann das Unheil: Der Führende machte einen kleinen Fahrfehler, der Zweite sah seine Chance, probierte sich innen in der Kurve vorbeizuschieben und drehte sich dabei ein. Stenzel, der unmittelbar dahinter war, konnte nicht mehr reagieren und es kam zum Zusammenstoß. Der WRT-Fahrer kam zwar noch ins Ziel, ein Defekt auf der Reifenaufhängung sowie ein Plattfuß nach dem Crash verhinderten jedoch das Siegerpodest. „Dennoch: ein Top-Ten-Platz ist unter den Umständen sehr gut und ich kann viele positive Eindrücke mitnehmen“, resümierte er zufrieden. Wie geht es jetzt weiter?

„Heuer ist es noch sehr ungewiss, da Philip sein Abschlussjahr bei seinem Kolleg hat. Das heißt, wenn gerade keine Prüfungen sind, werden wir fahren. Aber alles nur kurz fristig“, erklärte WRT-Obmann Daniel Fischer, der Stenzel auch nach Lettland begleitete. Die FIA Central European Trophy (Anm.: kleiner Bruder der Europameisterschaft) will er gerne fahren, da ist Hollabrunn am 25. & 26. August sicher eingeplant. Eventuell nimmt er auch an einem Europameisterschaftslauf im ungar ischen Nyirad teil.