Retzer bereiten sich auf Höhepunkt Kieler Woche vor. Die Retzer Segler Daniel Mulley und Barbara Nemec machen sich derzeit mit Trainingspartnern aus Deutschland am Gardasee für eine weltberühmte Regatta fit.

Von Teresa Bruckner. Erstellt am 08. Mai 2019 (02:46)
Jesus Renedo/Princesa Sofia Iberostar
Chancenlos vor Palma und im Feld der besten Segler Europas: das österreichische Boot (Mitte) von Mulley/Nemec.

Für die Retzer Segler Daniel Mulley und Barbara Nemec geht es schön langsam in die heiße Phase der Saison. Im April waren sie bei der „Trofeo Princesa Sofia“ in Palma (Spanien) am Start.

„Wir haben gemischte Gefühle bezüglich der Regatta. Das, was wir trainiert haben, hat eigentlich ziemlich gut funktioniert. Das Feld ist aber einfach sehr stark. Es schwimmt halt keiner mehr auf der Nudelsuppe herum“, fasste Mulley zusammen.

So schienen die beiden am Ende nur als letztes Team im Klassement auf. Trotzdem bewerteten sie die Teilnahme an der Regatta aber positiv, weil sie feststellen konnten, wo ihre Schwächen liegen.

„Ein richtiges Volksfest, wo die Segler im Zentrum stehen“

Außerdem fanden sie in Palma auch Trainingspartner aus Deutschland, mit denen sie nun noch zwei Wochen am Gardasee trainieren. Gerade für das Retzer Duo sind Trainingspartner wichtig, ist es doch eines der wenigen Teams, die ohne Coach arbeiten. „Wir haben aber schon mit Trainern gesprochen und werden uns punktuell Inputs holen“, so Mulley.

Vilamoura Sailing
Daniel Mulley

Ein fest angestellter Trainer sei einfach nicht leistbar, vor allem, da das Segeln und Regatten im Speziellen sehr teuer sind. Darum und aufgrund anderer ungeklärter Anliegen lassen Mulley und Nemec auch eine Regatta in Großbritannien ausfallen.

„Wir haben entschieden, dass uns Trainingszeit wichtiger ist als noch eine Regatta, bei der wir wieder herausfinden, was wir in Palma schon herausgefunden haben“, begründete Mulley die Entscheidung. So trainieren die beiden noch einen Monat am Gardasee, um ihr Segeln weiter zu verbessern. Dabei geht es nun vor allem um Detailarbeit: „Es sind keine großen Sachen mehr, die wir lernen müssen, sondern es sind Details, die wir verbessern wollen, um in die obere Hälfte zu kommen.“

Danach brechen die Retzer Segler nach Norddeutschland auf, um dort bei der Kieler Woche, der wohl größten Regattaveranstaltung der Welt, mitzusegeln. Dort herrscht meistens mehr Wind als in Palma, was die beiden als Vorteil betrachten. Aber nicht nur das sorgt für Vorfreude: „Das ist ein richtiges Volksfest, wo die Segler im Zentrum stehen. Da merkt man einfach, dass der Segelsport in Norddeutschland einen viel höheren Stellenwert hat als bei uns.“ Da sie danach wegen des großen Aufwands nicht zu den großen Regatten nach Übersee reisen werden, ist die Saison nach der Kieler Woche fast schon beendet.