Para-Skifahrer Würz verabschiedet sich am Höhepunkt. Para-Skifahrer Martin Würz (25) gab letzte Woche sein Karriereende bekannt. Jetzt will sich der Maissauer um seine berufliche Zukunft kümmern und dem Sport treu bleiben.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 22. Mai 2019 (02:12)
Sonnenberg
Beendete seine Karriere: Martin Würz aus Maissau.

Para-Skifahrer Martin Würz tritt vom Leistungssport zurück. Das gab der Maissauer Ende letzter Woche bekannt. Mit zwei Weltcup-Siegen, zahlreichen Stockerlplätzen und zwei Teilnahmen an Paralympischen Winterspielen war der 25-Jährige eines der ÖSV-Aushängeschilder der letzten Jahre.

„Die Entscheidung ist über einen längeren Zeitraum gereift, ich habe es mir nicht leicht gemacht. So kann ich aufhören, wenn es am schönsten ist, denn es gibt einige Entwicklungen im Skisport, die für mich nicht mehr passen“, spricht Würz neben den Klasseneinteilungen auch die schwierigen Rahmenbedingungen bei Weltcups und Weltmeisterschaften an. „Wenn ich etwas mache, dann mit 100 Prozent Einsatz und Leidenschaft – halbe Sachen gibt es für mich nicht.“ Dass er seine Karriere mit dem Slalom-Staatsmeistertitel am Hochkar beendet hat, war ein perfekter Schlusspunkt.

„Es gibt einige Entwicklungen im Skisport, die für mich nicht mehr passen.“ Martin Würz über einen Hauptgrund des Abschieds vom Ski-Rennsport.

Seine größten Erfolge feierte Martin Würz im Weltcup: In der Saison 2015/2016 carvte der Technik-Spezialist in St. Moritz erstmals aufs Stockerl, 2018 klappte es dann in Zagreb mit dem ersten Weltcup-Sieg. In La Molina ließ er 2019 einen weiteren folgen. Auf paralympischer Bühne gab es in Sotschi 2014 und Pyeongchang 2018 insgesamt fünf Top-Ten-Er gebnisse für den Maissauer, dem nach einem Unfall mit einem Feuerwerkskörper die linke Hand amputiert werden musste. „Leider hat es bei Paralympics und Weltmeisterschaften nicht für eine Medaille gereicht, aber ich bin irrsinnig froh, dass ich all diese Erfahrungen sammeln durfte. Dafür möchte ich mich auch bei meinen Partnern und Sponsoren, Trainern und Funktionären und natürlich bei meiner Familie, meiner Freundin und meinen Fans bedanken.“

Nach der sportlichen kommt für den Weinviertler die beruf liche Karriere. „Ich war beim Zoll im Sportkader und habe die Möglichkeit bekommen, beim Bundesministerium für Finanzen angestellt zu bleiben und nach Krems an der Donau zu wechseln. Ab 3. Juni trete ich dort meinen Dienst an“, verrät Würz, der sich auch vorstellen kann, berufsbegleitend ein Studium zu beginnen.

Natürlich wird der Sport auch in Zukunft eine Rolle in seinem Leben spielen. „Ich habe immer schon gerne Konditionstraining gemacht, werde das eine oder andere im Ausdauerbereich ausprobieren. Ich freue mich jedenfalls auf neue Herausforderungen.“ Eine Möglichkeit ist der Triathlonsport: „Ein Ironman würde mich schon reizen.“